Erfolg mit Petition: Biberschutz wird Thema im baden-württembergischen Landtag

In Baden-Württemberg haben 14.348 Menschen eine Petition für einen stärkeren Schutz der Biber unterzeichnet. Die Initiatoren der Petition von NABU und BUND zeigen sich in einer Pressemitteilung zufrieden. Das nötige Quorum ist erreicht, damit sich der Petitionsausschuss des Landtags dem Thema des Biber-Managements in einer öffentlichen Sitzung annehmen muss. „Diese große Unterstützung sehen wir als klaren Auftrag an die Politik zu handeln“, erklärte die BUND-Landesvorsitzende Sylvia Pilarsky-Grosch.

Hintergrund der Petition war eine Verordnung der alten grün-schwarzen Landesregierung vom Anfang des Jahres, die das bisherige Biber-Management erweitern soll. Beauftragte Fachleute sollen Biber nun vergrämen können, wenn es keine zumutbaren Alternativen gibt - schnell und ohne bürokratisches Verfahren. Als letztes Mittel können die Tiere getötet werden - aber nur, wenn die anderen Maßnahmen nicht helfen und erhebliche Gefahren oder hohe wirtschaftliche Schäden drohen.

Mit der Petition hatten sich die Umweltschützer gegen diese Verschärfungen im Biber-Management gestellt und stattdessen eine Stärkung des bestehenden und - laut den Umweltschützern funktionierenden - Biber-Managements gefordert. Der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle betonte, dass Biber einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Gewässerökologie leisten würden. Statt Schnellschüssen müsse die Landesregierung das etablierte Bibermanagement stärken. Das Zusammenspiel von hauptamtlichen Biber-Beauftragten bei den Regierungspräsidien und engagierten ehrenamtlichen Biber-Beratenden in der Fläche habe sich bewährt. Konflikte vor Ort ließen sich damit durch Instrumente wie den Schutz von Bäumen mit Drahthosen, den Einsatz von Elektrozäunen auf Äckern, den Einbau von Gittermatten als Untergrabungsschutz oder die Drainage von Biberdämmen zur Regulierung des Wasserspiegels effektiv lösen.

Landwirte sehen sich jedoch immer wieder mit Schäden konfrontiert, die die Tiere etwa auf ihren Feldern verursachen. Außerdem können durch Biberdämme zum Beispiel Straßen überschwemmt, Eisenbahndämme unterspült und Trinkwasserbrunnen verunreinigt werden. Zu Problemen könne es auch bei Kläranlagen, Kanälen von Wasserkraftanlagen und Hochwasserschutzbecken kommen.

Der Biber hat sich in den letzten Jahren in Baden-Württemberg wieder stark vermehrt. Inzwischen wird die Biber-Population im Land auf rund 12.400 Tiere geschätzt. Wann sich der Landtag mit der Petition zum Biber-Schutz befasst, sei aber noch ungewiss. (EUWID/dpa)       

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