Erste Krebssperre in Niederbayern errichtet

Im Landkreis Freyung-Grafenau ist in einem kleinen Bach die erste Krebssperre Niederbayerns errichtet worden. Ziel des Bauwerks ist es, die weitere Ausbreitung invasiver Flusskrebsarten zu verhindern und so den Bestand heimischer Arten zu sichern, teilte das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) mit. Die Maßnahme sei im Rahmen eines Projekts des LfU zum Schutz gefährdeter Fisch- und Krebsarten umgesetzt worden. Bayernweit seien weitere Krebssperren geplant.

Krebssperren sind bauliche Modifikationen bestehender Querbauwerke, wie etwa Sohlabstürze oder Verrohrungen, die so gestaltet werden, dass Flusskrebse sie nicht überwinden können. In der Regel erfolgt die Umsetzung durch die Verkleidung rauer und kletterbarer Flächen mit glatten Materialien wie Edelstahlblechen, erklärte die Behörde. Die Durchgängigkeit für andere Organismen werde dadurch nicht wesentlich beeinträchtigt, da Krebssperren hauptsächlich in kleinen Gewässern mit geringer Artenvielfalt errichtet würden.

Die neue Sperre in Freyung-Grafenau wurde in enger Zusammenarbeit zwischen dem LfU, den Naturschutzbehörden, dem Wasserwirtschaftsamt, der Fachberatung für Fischerei, der örtlichen Gemeinde sowie einer regionalen Spenglerei umgesetzt, hieß es weiter. Die Finanzierung erfolgte über ein Förderprogramm der Regierung von Niederbayern.

Fortschreitende Verdrängung durch invasive Arten

Hintergrund der Maßnahme ist die fortschreitende Verdrängung heimischer Flusskrebse durch invasive Arten, insbesondere den nordamerikanischen Signalkrebs, führte das LfU weiter aus. Diese Art gelte als besonders aggressiv und vermehrungsfreudig und sei zudem Überträger der für einheimische Flusskrebse tödlichen Krebspest. Einmal eingedrungene invasive Arten ließen sich mit den derzeit verfügbaren Mitteln kaum noch aus einem Gewässersystem entfernen. Krebssperren gelten nach Darstellung der Behörde daher als aktuell einzig wirksame Methode, um verbleibende Bestände zu schützen.

Invasive Flusskrebsarten können nicht nur einheimische Krebse, sondern auch weitere Gewässerorganismen wie bestimmte Fischarten, Amphibien, Wasserinsekten und Muscheln gefährden, da sie stellenweise in hoher Dichte auftreten und ein aggressives Verhalten zeigen, betonte das LfU. Von der Errichtung von Krebssperren könnten daher auch diese Arten profitieren. Die Sperren ließen sich bei Bedarf in der Regel ohne großen Aufwand und vollständig rückstandslos wieder entfernen. Ob eine Krebssperre errichtet wird, bedarf im Vorfeld stets einer fachlichen Prüfung und Einzelfallbewertung durch Experten, erklärte die Behörde.

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