Nachdem ein altes Wehr zurückgebaut wurde, ist die Ilm in Stadtilm, auf Höhe der alten Lederfabrik, jetzt wieder durchgängig passierbar. Wie das Thüringer Umweltministerium berichtet, begannen dazu bereits 2016 erste Planungen für eine bessere Gewässerökologie und Struktur. Das Vorhaben ist Bestandteil des Landesprogramms Gewässerschutz 2022-2027 und eine von insgesamt 1.400 Maßnahmen zur Durchgängigkeit von Flüssen landesweit.
Dazu erklärte Umweltstaatssekretärin Karin Arndt, die den durchgängig gestalteten Flussabschnitt zusammen mit Bürgermeister Lars Petermann (Freie Wähler) einweihte: „Diese Maßnahme wirkt doppelt. Einerseits für den Gewässerschutz, denn ein Querbauwerk, dass jetzt hier zurückgebaut wurde, stellt immer auch einen starken Eingriff in die Struktur und das Gewässerleben dar. Jetzt ist die Ilm wieder für Fische und andere Lebewesen passierbar, die es durchwandern wollen. Langfristig wird sich die Qualität des Gewässers verbessern. Andererseits ist die neue Struktur auch für den Hochwasserschutz wichtig. Denn Einbauten in einen Fluss, wie diese alte Wehranlage, sind immer auch ein Abflusshindernis. Ein guter Wasserabfluss wird bei der Zunahme extremer Wetterereignisse immer wichtiger.“
Das Projektgebiet befindet sich im südöstlichen Bereich der Stadt Stadtilm nahe dem zentralen Ortskern. Die alte Wehranlage hatte eine Gesamtbreite von etwa 44 m. Im Februar 2024 wurden im Vorfeld der eigentlichen Baumaßnahme Gehölze aus der Flussaue entfernt. Der restliche Betonkörper des Wehrs wurde zersägt und anschließend abgetragen. Jetzt gleichen 14 Querriegel den entstandenen Höhenunterschied zwischen Ober- und Unterwasser aus. Am linken Ufer wurde zudem für die Feuerwehr ein neues Entnahmebauwerk für Löschwasser errichtet. Für Planungen und Bau wurden durch das Land für das Projekt ungefähr 1,2 Mio. Euro investiert.




