
Farben, Lösungsmittel, Chemierückstände, Kraftstoffe: Immer wieder beklagen die Betreiber von Kläranlagen unzulässige Einleitungen. „Neben den ökologischen Folgen betreffen solche Einleitungen langfristig auch die Bürgerinnen und Bürger, etwa durch höhere Betriebskosten und mögliche Gebührenerhöhungen“, sagte der Geschäftsführer der Stadtwerke Dietzenbach, Guido Schick. In den vergangenen Monaten war es in der Kläranlage Dietzenbach mehrfach zu massiven Störungen durch „illegale oder nicht zulässige Einleitungen von Abwässern ins städtische Kanalnetz“ gekommen. Die Stadtwerke vermuten, dass chemische Substanzen oder industrielle Rückstände eingeleitet wurden.
Dadurch wurde die biologische Reinigungsstufe der Kläranlage den Angaben zufolge stark gestört. Unter anderem sei die Konzentrationen von Ammonium innerhalb kürzester Zeit deutlich über die zulässigen Grenzwerte gestiegen.
Solche massiven Störungen seien selten, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt. „Das Einzugsgebiet von Kläranlagen ist individuell, und es ist leider nie gänzlich ausgeschlossen, dass es zu unrechtmäßigen Einleitungen kommen kann, die unterschiedliche Auswirkungen auf die Reinigungsleistung der Kläranlage haben.“
In der Kläranlage in Edertal-Bergheim im Landkreis Waldeck-Frankenberg entdeckten Mitarbeiter Ende Juli eine große Menge Öl. Die Anlage habe kurz davorgestanden, beträchtlichen Schaden zu nehmen, teilte das Polizeipräsidium Nordhessen mit. „Nach Angaben der Mitarbeiter des Klärwerkes müssen unbekannte Täter mindestens 50 Liter Diesel oder Heizöl in die Kanalisation geschüttet haben, vermutlich um die ölige Substanz zu entsorgen“, so die Beamten.



