ISOE reagiert auf methodische Kritik an seiner Überblicksstudie zum Grundwasserstress

Institut veröffentlicht Stellungnahme zu fachspezifischen Kritikpunkten

Das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) hat auf methodische Kritik an seiner Überblicksstudie über Grundwasserstress in Deutschland reagiert. „Wir begrüßen die methodische Auseinandersetzung zum Thema Grundwasserstress mit dem Ziel, die Bilanzierung von Grundwasser in Deutschland voranzutreiben“, erklärte das Institut am Dienstag. Darum hat es in einer veröffentlichten Stellungnahme die fachspezifischen Hauptkritikpunkte beantwortet und eingeordnet.

Wie berichtet, hat der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) die Überblicksstudie kritisiert. Alle Bemühungen, auf den Wert des Wassers und mögliche Risiken für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Wasserressourcen aufmerksam zu machen, seien zwar zu begrüßen, erklärte der Verband in Bonn. Die Studie enthalte jedoch gravierende Mängel in der Auslegung und Interpretation bestehender Bewertungsparameter, die im Ergebnis zu falschen und nicht haltbaren Aussagen eines Grundwasserstresses in Deutschland führten.

Die Mitte Juni veröffentlichte Überblicksstudie des ISOE im Auftrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat zum Ziel, mit öffentlich verfügbaren Daten ein Gesamtbild zum Grundwasserstress in Deutschland zu erzeugen, macht das ISOE in seiner Stellungnahme deutlich. Grundwasserstress sei dabei als Vorwarnung zu verstehen, dass in den identifizierten Regionen bei steigender Grundwasserentnahme und/oder klimatischen Veränderungen mit Ökosystemschäden zu rechnen ist. Den Studienergebnissen zufolge liegt in 201 von 401 Landkreisen struktureller und/oder akuter Grundwasserstress vor. Für diese Regionen empfiehlt die ISOE-Grundwasserforschung Detailstudien, wie sie teilweise schon durchgeführt werden.

Diese Detailstudien seien notwendig, um den Verdacht auf Grundwasserstress, wie er in der Überblicksstudie ausgewiesen wird, zu bestätigen oder zu widerlegen, hebt das Institut hervor. Konkret würden detaillierte Untersuchungen einer regional spezifischen Grundwassersituation etwa für die Planung neuer Brunnen oder für die Ermittlung eines Sachstandes in Wasserrechtsverfahren relevant. Auch für regionale Wasserversorgungskonzepte oder landesweite Masterpläne, die den nachhaltigen Umgang mit verfügbaren Grundwasserressourcen steuern sollen, seien entsprechende Detailstudien notwendig, unterstreicht das ISOE.

Lesen Sie hier mehr über die ISOE-Stellungnahme...

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