In Sachsen unterliegt die Entsorgung von Klärschlamm aus öffentlichen Kläranlagen einem strukturellen Wandel. Darauf weist das Statistische Landesamt des Freistaats hin. Die Menge des in Mitverbrennungsanlagen entsorgten Klärschlamms sei von 2021 bis 2023 um fast 39 Prozent gesunken, teilte die Behörde in Kamenz mit. Im Gegenzug würden immer größere Mengen in Monobehandlungsanlagen entsorgt.
Konkret wurden laut Statistik im Jahr 2023 nur noch knapp 29.000 Tonnen Klärschlamm-Trockenmasse mitverbrannt. Im Vergleich zu 2021 ist das ein Minus von über 18.000 Tonnen. Demgegenüber ist die durch Monoverfahren behandelte Menge an Klärschlamm von knapp 1.500 Tonnen Trockenmasse im Jahr 2021 auf rund 27.000 Tonnen Trockenmasse im Jahr 2023 angestiegen.
Insgesamt wurden 2023 in Sachsen rund 71.000 Tonnen Klärschlamm-Trockenmasse entsorgt, erklärte das Statistische Landesamt. Die thermische Behandlung sei zu gut 41 Prozent in Mitverbrennungsanlagen und zu 38 Prozent in Monobehandlungsanlagen erfolgt. Der Rest wurde überwiegend einer bodenbezogenen Verwertung zugeführt.
Zu den Monoverfahren zählen neben Verbrennungsanlagen auch Pyrolyse- und Vergasungsanlagen. Die Mitverbrennung von Klärschlamm in Abfallentsorgungsanlagen und Kohlekraftwerken steht wegen der gesetzlichen Rückgewinnungspflicht von Phosphor ab 2029 sowie wegen des anstehenden Kohleausstiegs vor dem Aus.
Thermische Klärschlammentsorgung in Rheinland-Pfalz auf dem Vormarsch
In Rheinland-Pfalz hat sich im Jahr 2023 die thermisch entsorgte Klärschlammmenge gegenüber dem Vorjahr um gut fünf Prozent auf 41.400 Tonnen Trockenmasse erhöht. Seit 2013 sei sie um fast 97 Prozent gestiegen und bleibe damit weiterhin auf einem hohen Niveau, teilte das Statistische Landesamt in Bad Ems mit.
Die thermisch entsorgte Klärschlammmenge machte im Jahr 2023 etwas mehr als 53 Prozent aus. Die Aufbringung von Klärschlämmen auf landwirtschaftliche Flächen sank gegenüber 2022 um 8,9 Prozent auf knapp 33.600 Tonnen Trockenmasse oder 43 Prozent der Gesamtmenge. Verglichen mit 2013 entspricht das einem Minus von gut 41 Prozent, so die Statistikbehörde.
Die übrige der entsorgten Klärschlammmenge von 2.711 Tonnen Trockenmasse wurde unter anderem in Vererdungsanlagen eingesetzt, hieß es weiter. Seit 2020 sei die thermische Entsorgung der wichtigste Entsorgungsweg in Rheinland-Pfalz.
Insgesamt gaben im Jahr 2023 die kommunalen Kläranlagen des Landes knapp 77.800 Tonnen Klärschlamm-Trockenmasse zur Entsorgung ab. Das seien 2,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor gewesen. Im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2022 seien knapp 83.300 Tonnen Klärschlamm-Trockenmasse entsorgt worden.




