Das Umweltbundesamt (UBA) erklärt kleine stehende Gewässer zum Gewässertyp des Jahres 2026 und weist auf ihre große Bedeutung für Natur und Mensch hin. Es sind kleinflächige, meist stehende und teilweise schwach durchströmte Gewässer, und in Deutschland gibt es davon mehr als 260.000, berichtet das UBA. Kleingewässer können dauerhaft Wasser führen oder temporär austrocknen. Zu ihnen zählen Tümpel, Fisch- und Löschteiche, Gruben, Moorgewässer oder kleine Seen. Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Bezeichnung, ihrer Größe, ihrer Entstehung und ihrer Nutzung durch den Menschen.
Die Kleingewässer speichern Wasser und stärken die Resilienz des Landschaftswasserhaushalts; sie sind wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen und sorgen damit für gesunde Landschaften. Durch ihre breite Verteilung werden sie von Zugvögeln und anderen Arten als Rastplätze genutzt. Nicht zuletzt haben sie laut dem Umweltbundesamt einen großen Erholungswert für den Menschen.
Die Rotbauchunke, das Schwimmlebermoos und die Europäische Sumpfschildkröte gelten als Beispiele für die Pflanzen- und Tierarten, die in und an Kleingewässern leben. Weitere Arten sind Urzeitkrebse, Stabwanzen oder der fleischfressende Wasserschlauch. Angesichts der zunehmenden globalen Erwärmung werde es immer dringlicher, kleine Gewässer mit ihren Artengemeinschaften zu schützen.
Gemäß den Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie erfolgt die regelmäßige Überwachung und Zustandsbewertung von Seen durch die zuständigen Behörden erst ab einer Größe von 50 ha. Jedoch sind auch kleinere stehende Gewässer als Teile größerer Wasserkörper durch die EU-Wasserrahmenrichtlinie und das Bundesnaturschutzgesetz als Biotope geschützt. Durch die große Anzahl an Kleingewässern ist eine Überwachung und Bewertung ihres Zustands bislang nicht vollständig möglich, so das UBA.
Stehende Kleingewässer und angrenzende Flächen werden demnach vielfältig genutzt, beispielsweise für Fischerei und Landwirtschaft. Belastungen entstehen z.B. durch Fischbesatz und Einträge von Nährstoffen und Pflanzenschutzmitteln. Zusätzlich verstärken Klimawandel und Veränderungen des Wasserhaushalts Probleme wie Austrocknung, Verlandung und damit einhergehend den Artenverlust. Vor diesem Hintergrund sei der vorsorgliche Schutz dieser Lebensräume von überragender Bedeutung. Dazu gehören eine umweltgerechte Nutzung sowie die Pflege und der Erhalt dieser Lebensräume.




