KLIWA-Bericht: Mehr Niederschläge führen in Süddeutschland zu steigenden Hochwasserabflüssen

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Im Zuge des Klimawandels kommt es in Süddeutschland zu mehr Niederschlägen im Winterhalbjahr, die zu steigenden Hochwasserabflüssen führen. Daneben sind die Sommermonate von steigenden Temperaturen und Trockenperioden gekennzeichnet, heißt es in dem Monitoringbericht 2016 der Kooperation „Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft (KLIWA)“ der Länder Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz und des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Verstärkt kommt es dem Bericht zufolge zu Niedrigwasserperioden in Oberflächengewässern und im Grundwasser. Seit 1974 nehmen die sogenannten Niedrigwasserabflüsse tendenziell ab, heißt es. „Wir müssen daher damit rechnen, dass zukünftig in den Sommermonaten regional geringere Wasservorräte als bisher zur Verfügung stehen werden“, sagte der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) Mitte November anlässlich der Vorstellung des Berichts.

Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) sagte, die extremen Wetterereignisse würden immer gegensätzlicher: das Jahrhunderthochwasser 2013 mit großflächigen Überflutungen, der extreme Trockensommer 2015 und zuletzt die Sturzfluten 2016 mit massiven regionalen Schäden. Es gelte, auf diese neuen Herausforderungen müssen wir lokal, national und international zu reagieren. Dabei spiele die gemeinsame Forschung eine entscheidende Rolle. „Und eines zeigt der neue Bericht deutlich: Der Klimawandel ist Fakt“, so die bayerische Umweltministerin.

Dem Monitoringbericht zufolge lagen seit 2001 in 14 von 15 Jahren die Temperaturen in Süddeutschland über dem langjährigen Mittel. Die Temperaturen seien zwischen 1931 und 2015 bereits um etwa 1,3 Grad Celsius gestiegen. Im Zeitraum 2011 bis 2015 sei eine Vielzahl von meist lokal begrenzten Starkregenereignissen in den KLIWA-Bundesländern aufgetreten. Außerdem waren die KLIWA-Gebiete auch durch eine extreme Trockenheit im Jahr 2015 geprägt, heißt es in dem Bericht. Im Deutschlandmittel fielen im Jahr 2015 etwa 10 Prozent zu wenig Niederschlag, und in den KLIWA-Bundesländern betrug das Niederschlagsdefizit laut Bericht im Durchschnitt ca. 23 Prozent im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990 – in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz rund minus 24 Prozent und Bayern circa minus 21 Prozent.

Die Trends für den Zeitraum 1931 bis 2015 der mittleren Gebietsniederschlagshöhe seien insgesamt schwächer und weniger signifikant als im letzten ausgewerteten Zeitraum 1931 bis 2010, heißt es in dem Bericht weiter. Dabei gebe es generell positive Trends im Winterhalbjahr von plus 2 Prozent bis plus 22 Prozent und mit minus 13 Prozent bis plus 4 Prozent keine eindeutige Entwicklung im Sommerhalbjahr. In den letzten 15 Jahren sei eine Zunahme der positiven Trends im Sommerhalbjahr und eine Abschwächung der negativen Trends im Winterhalbjahr zu beobachten.

Die Trends im Starkniederschlag mit einer Dauer von 24 Stunden sind laut Bericht uneinheitlicher als im Gebietsniederschlag. Hier gebe es weiterhin regional klare positive Trends im Winterhalbjahr bis plus 33 Prozent, eine Voraussetzung für eine Zunahme der winterlichen Hochwasserlagen. Im Sommerhalbjahr seien die Trends regional uneinheitlich ohne eindeutige Entwicklung, aber häufig stärker ausgeprägt als beim Gebietsniederschlag.

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