Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat das Koblenzer Projekt „SusTreat“ zur Vergasung von Klärschlamm als Beispiel für die Verschwendung öffentlicher Gelder identifiziert. In seiner diesjährigen Ausgabe des „Schwarzbuchs“ kritisiert der BdSt, dass die Investitionsfolgekosten des Projekts nicht umfassend bedacht wurden. Es seien Millionen investiert worden, doch die Anlage stehe seit rund zwei Jahren still und verursache Wartungskosten, um betriebsfähig zu bleiben.
Mit dem Projekt wollte die Stadt Koblenz laut Schwarzbuch stabile Klärschlamm-Entsorgungskosten erreichen und zugleich den Energiebedarf sowie die CO2-Emissionen des kommunalen Klärwerks senken. Nach Zusage von EU-Fördermitteln in Höhe von etwa zwei Mio. Euro hat sie daher nach entsprechenden Vorplanungen eine Klärschlammtrocknungsanlage und eine nachgeschaltete Klärschlammvergasung errichtet.
Anlage sollte energieautarke Behandlung von Klärschlamm großtechnisch demonstrieren
Mit der Anlage sollte die vollständig energieautarke Klärschlammbehandlung (Faulung, Trocknung und Vergasung) großtechnisch demonstriert werden. In ihr wird der Klärschlamm bei geringer Sauerstoffzufuhr vergast, wodurch ein brennbares Gas entsteht, mit dem ein Blockheizkraftwerk betrieben und darüber Strom und Wärme erzeugt werden kann. Die Wärme wird für die Klärschlammtrocknung verwendet, während der Strom im Klärwerk genutzt wird.
Wie der Steuerzahlerbund weiter berichtet, begann im August 2016 der Bau der Anlage. Diese gehört der Stadtentwässerung, einem Eigenbetrieb der Stadt Koblenz. Die Inbetriebnahme sei 2018, die Abnahme Ende 2021 erfolgt. Bereits im Januar 2023 sei die Anlage jedoch wieder außer Betrieb gesetzt worden und laufe bis heute nicht.
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