Kooperationsvereinbarung soll Weg für mehr Trinkwasserschutz in MV ebnen

Individuelle Vereinbarungen mit den Wasserversorgern möglich

Mit freiwilligen Maßnahmen wie der ökologischen Bewirtschaftung und einer Regulierung der Flächenentwässerung wollen die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern zum Schutz des Trinkwassers beitragen. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung zum besseren Schutz der Trinkwasserressourcen in dem Bundesland haben Vertreter der Landesgruppe Norddeutschland des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, der Kooperationsgemeinschaft Wasser und Abwasser MV sowie des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern Mitte März in Malchin unterzeichnet, teilte der Bauernverband mit. Danach können Landwirte künftig auf freiwilliger Basis mit ihrem regionalen Wasserversorgern Vereinbarungen über zusätzliche Schutzmaßnahmen auf den rund 6.000 Hektar Ackerflächen im Land, die sich in den Trinkwasserschutzzonen II befinden, aushandeln.

Dabei gelte es für beide Seiten eine akzeptable und wirtschaftliche Lösung zu finden. „Mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zum Trinkwasserschutz setzen wir Landwirte ein klares Zeichnen für den Trinkwasserschutz“, sagte Karsten Trunk, Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, bei der Unterzeichnung des Papiers. In der Vergangenheit sei der Trinkwasserschutz im Land ausschließlich über das Ordnungsrecht geregelt worden. „Mit der Option, freiwillige Kooperationsvereinbarungen abzuschließen, beschreiten wir auf gleich zwei Feldern Neuland“, betonte der Bauernpräsident.

Land schreibt erstmals Fördermittel aus

So habe das Land erstmals Fördermittel ausgeschrieben, um die sich Wasserversorger und Landwirte mit gemeinsamen Pilotprojekten zum Trinkwasserschutz bewerben können. Neu sei auch, dass Landwirte auf Augenhöhe individuelle Vereinbarungen mit den Wasserversorgern verhandeln können, die die unterschiedliche Struktur der Wasserfassungen und Trinkwasserschutzgebiete berücksichtigen.

In vier Arbeitsgruppen hatten den Angaben zufolge in den vergangenen zwei Jahren Vertreter des Bauernverbandes, des Landwirtschafts- und Umweltministeriums, der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV sowie Vertreter aus den landwirtschaftlichen Fachbehörden und Fachleute der regionalen Wasserversorger eine Auswahl an „Bausteinen“ für die zu schließenden Verträge erarbeitet. Sie beschreiben aktuell 17 mögliche Maßnahmenvorschläge, die die verschiedensten Gegebenheiten im Land berücksichtigen, eine Landbewirtschaftung ermöglichen und zugleich dem Trinkwasserschutz dienen, so der Bauernverband.

Maßnahmenkatalog soll erweitert werden

Neben Beratungsangeboten, der Umwandlung von Acker in Dauergrünland und der Aufforstung von Flächen liste das Dokument beispielsweise auch den Anbau mehrjähriger Kulturen, die Umstellung auf eine ökologische Bewirtschaftung und eine Regulierung der Flächenentwässerung auf. Es sei vorgesehen, den Maßnahmenkatalog im Laufe der Zusammenarbeit um weitere konkrete Maßnahmen zu erweitern.

Erster Zuwendungsbescheid geht an Wasserzweckverband Malchin/Stavenhagen

Einen ersten Zuwendungsbescheid übergab die im Umweltministerium MV für Wasser zuständige Abteilungsleiterin Renate Brügge an den Wasserzweckverband Malchin/Stavenhagen, wie das Ministerium mitteilte. 231.000 Euro betrage die Zuwendung, aus der Tätigkeiten der lokalen Partnerschaft für den Trinkwasserschutz in den nächsten drei Jahren finanziert werden könnten. Das Land beteilige sich mit 70 Prozent an den Kosten aus dem Wasserentnahmeentgelt.

Minister Till Backhaus (SPD) rief Wasserversorgungsunternehmen und Landwirtschaftsbetriebe auf, diesen vom Land auch finanziell unterstützten Weg künftig verstärkt einzuschlagen. „Wir wollen nicht zulassen, dass Wasserwerke künftig Chemiebetriebe sein müssen, um schädliche Stoffe aus dem Wasser zu entfernen und ein Kunstwasser herstellen müssen, das wohl trinkbar, aber kein Genuss mehr ist. Noch haben wir es in der Hand, beobachtete Trends aufzuhalten und umzukehren.“ Die Wasserwerke der Zukunft sollten sauberes, klares und ohne wesentliche Aufbereitung trinkbares Wasser liefern. Dieser Standard solle in Mecklenburg-Vorpommern erhalten werden. „Nur so kann das Trinkwasser der Zukunft aus der eigenen Region kommen und bezahlbar bleiben“, sagte der Minister. 

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