Im Lausitzer Seenland öffnen in wenigen Wochen die Kanäle, um fünf geflutete Tagebau-Seen zu verbinden. Ende Juni 2026 würden die fünf großen Seen Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See zu einem schiffbaren Verbund verbunden, wie der Tourismusverband Lausitzer Seenland mitteilte. Damit sei das Wasserrevier erstmals komplett zu durchqueren. Die Lausitz wolle sich damit weiter als Naherholungsgebiet etablieren.
Das Lausitzer Seenland erstreckt sich über die Bundesländer Sachsen und Brandenburg. Es befindet sich etwa 140 Kilometer südlich von Berlin und 60 Kilometer nördlich von Dresden und besteht aus 23 Seen, die aus ehemaligen Tagebauen entstanden sind. Fünf Seen bekommen ab dem Sommer 2026 eine schiffbare Verbindung – eine Durchfahrt dauere bis zu 2,5 Stunden. Der Plan ist, dass noch weitere Seen durch Kanäle miteinander verbunden werden.
Durch die Öffnung entsteht den Angaben zufolge eine zusammenhängende Wasserfläche von etwa 5.300 Hektar. Zum Vergleich ist die Müritz - Deutschlands größter Binnensee - nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtamtes etwa 11.300 Hektar groß. Eine komplette Runde auf dem Wasser ist etwa 50 Kilometer lang. Bislang waren der Koschener Kanal zwischen Senftenberger und Geierswalder See sowie der Barbara-Kanal zwischen Geierswalder und Partwitzer See die einzigen befahrbaren Wasserstraßen der Region.
In der Lausitz wurden laut Lausitzer und Mitteldeutscher Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) in den 1980er Jahren nahezu 190 Millionen Tonnen Braunkohle pro Jahr gewonnen. Die tiefen Erdlöcher wurden saniert und geflutet, um sie für den Wassersport und als Naherholungsgebiet zu nutzen. Durch die Flutung der früheren Tagebaue entstehe die größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft Europas, schreibt der Tourismusverband. (dpa)




