Lemke will schlechte Wasserqualität deutscher Flüsse verbessern

Umdenken beim Umgang mit den Flüssen erforderlich

Nach dem Fischsterben in der Oder hat Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) Konsequenzen für Deutschland angekündigt. „Über die schlechte Wasserqualität in fast allen deutschen Fließ- und Oberflächengewässern werde ich bald mit den Umweltministerinnen und -ministern der Bundesländer sprechen“, sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Denn die Oder-Katastrophe zeigt uns überdeutlich, wie andauernd hohe Sommertemperaturen Umweltprobleme verschärfen können.“ In Kürze würden Untersuchungsergebnisse zu den Ursachen des Fischsterbens in der Oder vorgestellt.

Seit Anfang August waren aus dem deutsch-polnischen Grenzfluss tonnenweise toter Fisch und tote Muscheln geborgen worden. Bei einem deutsch-polnischen Umweltrat Ende August hatte Lemke die Ursachen so zusammengefasst: „Hitze, niedrige Wasserstände und menschengemachte Einleitungen.“ Über die Art der chemischen Einleitungen machte Lemke damals noch keine Angaben und verwies auf eine deutsch-polnische Gruppe von Expertinnen und Experten. Deren Untersuchungsergebnisse sollen nun in Kürze vorgestellt werden.

Neues Verständnis, was Gewässern
noch zugemutet werden kann

„Für konkrete Schlussfolgerungen müssen wir natürlich die Ergebnisse der Fachuntersuchung abwarten“, sagte Lemke. „Eines ist aber schon jetzt klar: Wir brauchen ein neues, gemeinsames Verständnis von den Folgen von Hitze und Dürre und was unseren Gewässern noch zugemutet werden kann.“ Die Ministerin mahnte: „Wenn wir die Katastrophe an der Oder nicht als Weckruf verstehen, werden wir wahrscheinlich noch mehrere solcher Katastrophen erleben.“ Vor dem Hintergrund der Klimakrise müssten Einleitungen chemischer Substanzen verringert werden. Die Flüsse dürften zudem weniger verbaut werden.

Wirkung von Schadstoffen verstärkt

„Es ist nicht nur ein Problem der Oder“, sagte Lemke. „Angesichts der Klimakrise müssen wir in allen Flüssen die Einleitungen chemischer Substanzen neu bewerten - auch in Deutschland.“ So gebe es nennenswerte Schadstoffmengen in vielen Flüssen Europas, die durch die Klimakrise anders auf Ökosysteme wirkten als bisher. „Lang andauernde hohe Wassertemperaturen in Fließgewässern, auch in gestauten Fließgewässern, sowie niedrige Wasserstände können offenbar die Wirkung von Schadstoffen verstärken.“ (dpa)...

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