Lippe östlich von Lippstadt bei Garfeln wird naturnäher

Die Lippe östlich von Lippstadt bei Garfeln wird renaturiert. Wie die Bezirksregierung Arnsberg weiter berichtet, verhindern massive Wehranlagen eine weitere Tiefenerosion der Lippesohle. Die Lippe wurde in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach umgebaut, zunächst zur Bewässerung, später dann zur Entwässerung. Heute beeinträchtigen die Wehranlagen die Organismendurchgängigkeit und trennen die wasserbewohnenden Lebewesen von ihren potentiellen Lebensräumen. Aus diesem Grund wurde nach Angaben des Regierungspräsidiums bereits im Jahr 2010 die Wehranlage 1 bei Esbeck umgebaut.

Nun wird die Durchgängigkeit am Wehr 3 bei Garfeln hergestellt und die Lippe auf einer Länge von rund 700 m naturnah umgestaltet. Dabei wird zunächst das Wehr mit einer 410 m langen Laufverlängerung südlich umgangen. Im Anschluss wird die „alte“ Lippe verfüllt und das Wehr abgebrochen. Um außerhalb der zur Verfügung stehenden Flächen die Überflutungshäufigkeiten nicht zu verändern, werden die momentan vorhandenen Uferhöhen am Rand der Maßnahmengebiete wiederhergestellt.

Die im laufenden Jahr begonnene Maßnahme ist die erste von drei im Bereich von Garfeln. Die beiden weiteren Bauabschnitte sind „Johanneskamp“ im Bereich zwischen der „neuen Brücke“ und dem Brandenbäumer Bach und „Wehr 4“ zwischen Brandenbäumer Bach und der Kreisgrenze zu Paderborn. Nach der Anlage der Laufverlängerung werden die Lippeufer aufgeweitet, und die Wehranlage 3 wird abgebrochen. Um die Gefährdung ufernah lebender Fische zu minimieren, werden diese Bereiche vor den Eingriffen abgefischt. Die Baustelle soll bis zum Frühjahr 2025 abgeschlossen sein. In dieser Zeit sollen rund 55.000 m³ Boden bewegt werden.

Mit dem Projekt werde die europäische Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) im Regierungsbezirk Arnsberg weiter umgesetzt und an erfolgreiche Maßnahmen im Unter- und Oberlauf der Lippe angeschlossen. So habe die Renaturierung der Lippe westlich von Lippstadt zu einer deutlichen Verbesserung der ökologischen Situation und zu einer Erhöhung der Lebens- und Aufenthaltsqualität auch für die Menschen geführt.

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