Die Kommunen im oberschwäbischen Schussental wollen intensiver bei der Prävention, Bewältigung und Nachbereitung von Hochwasserereignissen zusammenarbeiten. Dazu haben sich der Präsident des Regierungsbezirks Tübingen, Klaus Tappeser, sowie Landkreisvertreter*innen und Bürgermeister in der „Meckenbeurener Erklärung zur Schussen“ verabredet. Wie das Regierungspräsidium mitteilt, ist die Erklärung ein Bekenntnis sowohl zu interkommunaler Zusammenarbeit als auch zu innovativem Gewässermanagement.
Tappeser hatte als Konsequenz aus den Hochwassern des vergangenen Jahres an der Schussen und deren Zuflüssen, u.a. in Baienfurt, Weingarten und Meckenbeuren, gemeinsam mit dem Bürgermeister der Gemeinde Meckenbeuren, Georg Schellinger, zur Schussenkonferenz eingeladen, in deren Rahmen die Möglichkeiten und Grenzen von technisch-infrastrukturellem Hochwasserschutz aufgezeigt wurden. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass technische Hochwasserschutzmaßnahmen irgendwann an ihre Grenzen stoßen, was durch den Klimawandel noch beschleunigt werde. Für die Schussen komme deshalb den natürlichen Retentionsflächen eine besonders hohe Bedeutung zu. Dass dies zu einer besonderen Belastung der Grundstückseigentümer*innen führe, sei allen Beteiligten bewusst, darum sollen diese bei den Planungen aktiv mit einbezogen werden.
In den Folgeterminen sollen konkrete Maßnahmen und deren Realisierbarkeit für die Schussen und deren Zuflüsse auf der Agenda stehen. Dabei werde ausdrücklich nicht nur der technische Hochwasserschutz untersucht, sondern es werden auch niederschwellige Maßnahmen diskutiert, die zu weniger Abfluss in den Gewässern führen sollen. An manchen Stellen könne auch ein Objektschutz Schäden wirksam vermeiden. Auch wollen die Gemeinden diskutieren, wie sich die Vorhersage der Ereignisse verbessern lässt.
Nach Angaben des Regierungspräsidiums entwässert die Schussen ein Gebiet von rund 815 km² von Bad Schussenried im Norden über Ravensburg und Meckenbeuren bis zur Mündung in den Bodensee bei Eriskirch. Der größte Nebenfluss ist die Wolfegger Aach, die bei Kisslegg entspringt. Die Schussen hat in Meckenbeuren einen mittleren Abfluss von 11,3 m³ Wasser pro Sekunde. Beim Hochwasser 2024 waren dies bis zu 200 m³ Wasser pro Sekunde durch Meckenbeuren. Die Schussen ist ab dem Zufluss der Wolfegger Aach ein Gewässer I. Ordnung und liegt damit in der Unterhaltungslast des Landes. Die Schussen im Oberlauf, die Wolfegger Aach und die weiteren Nebenflüsse sind Gewässer II. Ordnung und werden von den Kommunen unterhalten.




