Mittelbaden: Verseuchung mit PFC kostete bisher Millionen

Seit Bekanntwerden des Skandals um das mit den umweltschädlichen Chemikalien PFAS beziehungsweise PFC verseuchte Ackerland und Grundwasser in Mittelbaden im Jahr 2013 sind bis Ende 2023 rund sieben Mio. Euro an Fördermitteln bewilligt worden. Auf Kreis- und Landesebene wurden nach Angaben des baden-württembergischen Umweltministeriums weitere rund 13 Mio. Euro ausgegeben - etwa für Untersuchungsprogramme, Pilotprojekte oder Maßnahmen zum Verbraucherschutz. Personalkosten seien dabei nicht mit eingerechnet. Kosten etwa für neue Brunnen und Filteranlagen, die die betroffenen Stadtwerke stemmen mussten, schlugen nach Angaben des Regierungspräsidiums Karlsruhe mit bislang gut 21 Mio. Euro zu Buche.

Als Grund für die großflächige Belastung mit dem Umweltgift gilt die Verschmutzung der Böden mit Kompost, der mit PFAS-haltigem Papierschlamm versetzt gewesen sein soll. Die Verseuchung der Böden in Mittelbaden gilt als eines der flächenmäßig größten Beispiele für die Belastung mit PFAS. Möglichkeiten, das Gift in großem Stil aus dem Boden zu bekommen, gibt es bisher nicht.

Ein Kompostunternehmen aus Baden-Baden soll das Gemisch bis Ende 2008 auf Feldern in den Kreisen Baden-Baden und Rastatt ausgebracht haben. Die Verunreinigungen wurden 2013 publik, nachdem die Stadtwerke Rastatt die Schadstoffe bei einer Routineuntersuchung im Grundwasser entdeckt hatten. In Mittelbaden sind mittlerweile rund 1100 Hektar Boden, 58 m² Grundwasseroberfläche und 170 Mio. Kubikmeter Grundwasser mit PFC belastet (Stand Ende 2022). Auch Flächen in Nordbaden bei Mannheim sind betroffen. (dpa)

- Anzeige -

Themen des Artikels
Kategorie des Artikels
- Anzeige -