Das „Maculinea-Schutzgebiet bei Neustadt“ hat seit Ende des vergangenen Jahres einen neuen, naturnahen Bachlauf. Dadurch ist die zuvor durch einen Rohrbruch vernässte Fläche wieder landwirtschaftlich nutzbar. Auch Tier- und Pflanzenarten profitieren, da das Wasser nun gezielt in ihre Lebensräume geleitet wird, berichtet das Regierungspräsidium (RP) Gießen. Projektträger war der Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Das FFH-Gebiet ist nach dem seltenen Schmetterling „Maculinea“ benannt. Nach Planung, Flächenbereitstellung durch die Stadt Neustadt und wasserrechtlicher Genehmigung wurde das Projekt zwischen Januar und September 2025 umgesetzt. Auslöser war ein Rohrbruch einer über 100 Jahre alten Wasserleitung, durch den seit 2022 große Wassermengen austraten und bis zu drei Hektar Grünland vernässten. Eine Reparatur war nicht sinnvoll, sodass das Wasser künftig oberflächlich abgeleitet wird. Ein geeignetes, jedoch bereits seit einiger Zeit trockengefallenes Grabensystem war bereits in Teilen vorhanden und wurde durch die Anlage kurzer neuer Gewässerabschnitte ergänzt.
So bot sich die Gelegenheit, eine großflächige ökologische Aufwertung des FFH-Gebietes zu erreichen. Im Rahmen des Projekts wurde die Quelle renaturiert und ein neuer Quellbach angelegt, der mehrere trockengefallene Stillgewässer wieder speist. Das ganzjährig verfügbare Quellwasser stabilisiert den Wasserhaushalt und schützt Gewässerlebensräume auch in trockenen Sommern.




