Neues Lysimeter misst Daten zum Wasserhaushalt in Mecklenburg-Vorpommern

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat in Kittendorf im Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte eine neue Lysimeter-Anlage in Betrieb genommen. Für den Ersatzneubau wurden 750.000 Euro investiert, wie das Umweltministerium mitteilte. Mit der Messeinrichtung werden amtliche Daten über den Wasser- und Stoffhaushalt von Böden erhoben, wobei auch der Einfluss standortspezifischer Eigenschaften, wie die lokalen klimatischen Verhältnisse oder die jeweilige Landnutzung, berücksichtigt wird.

In Mecklenburg-Vorpommern werden den Angaben zufolge bislang drei Lysimeteranlagen betrieben: in Kittendorf vom Land M-V, in Groß Lüsewitz vom Land und der Uni Rostock und in Rustow vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. „Aus den Anlagen liegen über 50-jährige Datenreihen vor, aus denen Schlussfolge-rungen für die landwirtschaftliche Düngung in Abhängigkeit von Niederschlagsereignissen oder zur Gefährdung von Stickstoff-Austrägen unter Zwischenfrüchten ermöglicht wurden“, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD).

Mit der nun neu gebauten Anlage in Kittendorf sei es erstmals möglich, die Ergebnisse aller Lysimeter miteinander zu vergleichen und landesweite und damit klimarelevante Schlussfolgerungen zu ziehen. Zukünftig sollten die dort gewonnenen Daten zentral verarbeitet werden, um Kooperationen mit angrenzenden Bundesländern zu ermöglichen um Maßnahmen zum Schutz des Wassers und zur Anpassung an den Klimawandel mit Augenmaß, aber zielsicher ergreifen zu können, so Backhaus. Amtliche Daten auf höchstem technischen Niveau sind dem Ministerium zufolge erforderlich, denn der Klimawandel ist auch in MV angekommen. Im August sei Mecklenburg-Vorpommern mit Niederschlagsmengen von gerade einmal 29 l/m² das niederschlagsärmste Bundesland gewesen.  Auch die klimatische Wasserbilanz des Landes sei mit -22,0 mm für den Zeitraum 1991-2020 negativ.

- Anzeige -

Themen des Artikels
Kategorie des Artikels
- Anzeige -