Das LIFE+-Projekt „Hannoversche Moorgeest“ startet in die nächste zentrale Bauphase. Die regulären Arbeiten in den drei Hochmooren Bissendorfer, Helstorfer und Otternhagener Moor beginnen im August und werden bis Februar 2026 andauern, teilte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) Ende Juli mit, der die Umsetzung der Maßnahmen leitet.
Die Arbeiten tragen dem NLWKN zufolge insgesamt zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts bei, da sie auf natürlichen Rückhalteflächen das Wasser in der Landschaft halten.
Im Bissendorfer, Helstorfer und Otternhagener Moor kommen Firmen mit Spezialmaschinen zum Einsatz, um aufgewachsenes Holz zu entfernen, Torfverwallungen zu bauen und Entwässerungsgräben zu verschließen. Das verhindere wirksam den Abfluss des Regenwassers und trage maßgeblich dazu bei, den Wasserstand in den Hochmooren zu verbessern. Ziel sei es, den Wasserhaushalt der Moore zu stabilisieren.
Durch die Wiedervernässung der Moore werde zudem die Torfzersetzung reduziert und der Ausstoß klimaschädlicher Gase verringert. Die in den Mooren gespeicherten Wassermengen tragen den Angaben zufolge zur Verbesserung des lokalen Klimas bei, weil sie beispielsweise ausgleichende Wirkung auf extreme Temperaturen ausüben. Im Helstorfer Moor stehe in diesem Sommer die Wiedervernässung des Moorkörpers durch den Bau von Torfverwallungen im Mittelpunkt. Zusätzlich wird am Südostrand des Moores das bisherige Entwässerungssystem leicht verändert, um die Wasserhaltefähigkeit des Helstorfer Moores zu erhöhen und die Entwicklung typischer Moorvegetation zu fördern.
Im Otternhagener Moor wurden bereits zahlreiche Entwässerungsgräben verschlossen und neue Torfverwallungen errichtet. Diese Maßnahmen helfen laut NLWKN schon jetzt, das Regenwasser im Gebiet zu halten, und schaffen optimale Bedingungen für die seltenen Tier- und Pflanzenarten, die auf feuchte, moortypische Lebensräume angewiesen sind.
Im Bissendorfer Moor werde insbesondere ein neuer Graben gebaut. Dieses Gewässer übernehme künftig die Ableitung von Überschusswasser aus angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen, nachdem der durch das Moor verlaufende Abschnitt des Kaltenweider Hauptvorfluters auf rund 2,5 Kilometern Länge zurück gebaut ist. Dadurch verliere er seine moorentwässernde Funktion, und der dortige Grundwasserstand kann sich nach und nach erhöhen. Die Maßnahme sei wasserrechtlich genehmigt und berücksichtige sowohl die Belange des Naturschutzes als auch die Interessen der Landwirtschaft.




