Eine Kooperation aus dem Gewässerunterhaltungsverband Obere Unstrut/Helderbach und vier landwirtschaftlichen Betrieben will in Thüringen ab 2026 neue Möglichkeiten erproben, um Wasser in der Fläche zu halten. Konkret geht es um die Verbesserung des Wassermanagements in Landwirtschaft und Gartenbau durch zusätzliche wasserschonende Maßnahmen, wie das Umweltministerium Anfang Oktober mitteilte. Ziel sei es, künftige Ernteerträge und Erntequalität auch bei fortschreitendem Klimawandel zu sichern.
Die Kosten des Projekts „Land.Wasser“, das eine Laufzeit von insgesamt drei Jahren hat, sind den Angaben zufolge mit 487.000 Euro veranschlagt. Seitens des Landwirtschaftsministeriums sei dafür eine Förderung aus dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) in Höhe von 389.000 Euro, d.h. im Umfang von 80 Prozent der Projektkosten, möglich. Das Landwirtschafts- und das Umweltministerium werden die Umsetzung den Angaben zufolge in den kommenden Jahren eng begleiten.
Zu den Maßnahmen, die mit dem Projekt umgesetzt werden sollen, gehören laut Ministerium eine verbesserte Steuerung von Entwässerungsgräben und Drainagen, eine angepasste Flächenbewirtschaftung etwa durch Mulchsaat, mehr Gehölzstreifen und mehr natürliche Abflusshindernisse wie Mulden und Wälle im Gelände, die konzentrierten Abfluss verlangsamen/zurückhalten oder in der Fläche verteilen. Des Weiteren solle es mehr Versickerungsflächen geben, so dass Niederschlag eingestaut wird und anschließend versickert, und auch die Wasserspeicherung solle zunehmen, etwa durch die Anlage von Speicherbecken.
Extremereignisse führen zum Rückgang des Wassers für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung
Wie das Umweltministerium zum Hintergrund des Projekts ausführt, sei mit der Sommerdürre in den letzten zehn Jahren nur gut die Hälfte des vorher aus Niederschlag verfügbaren Wassers vorhanden gewesen. Das habe zu einem deutlichen Rückgang der Grundwasserstände und zur Austrocknung der Böden geführt, mit Ernteverlusten als Folge. 2025 war eines der trockensten Frühjahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1881, und auch zukünftig würden Wetterextreme wie Starkregen und Dürren in Thüringen häufiger und ausgeprägter auftreten, so das Ministerium mit Verweis auf aktuelle Klimaprojektionen. Beide Extremereignisse führten zu einem Rückgang des verfügbaren Wassers für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung, entweder aufgrund fehlender Niederschläge oder durch den schnellen oberflächlichen Abfluss ohne eine wirkliche Durchfeuchtung des Bodens.
„Auch längere Dürreperioden überstehen“
„Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Landwirtschaft bei der Klimaanpassung zu unterstützen, das verfügbare Wasser besser zu nutzen und Mangelsituationen zu vermeiden. Wir wollen gemeinsam mit Landwirten und Gartenbauern Lösungsansätze entwickeln, um mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung die Ressource Wasser zu schonen und damit auch längere Dürreperioden zu überstehen“, erklärte Thüringens Landwirtschaftsministerin Boos John (CDU).




