
In Duisburg-Mündelheim hat der Bau für die Sanierung und Rückverlegung eines zentralen Rheindeichs begonnen. Im Rahmen des rund 125 Mio. Euro teuren Projekts wird der Deich auf einer Länge von 6,7 km teilweise um bis zu 500 m ins Landesinnere verlegt. Dadurch erhält der Rhein rund 60 ha zusätzliche Retentionsfläche, die im Hochwasserfall Wasser aufnehmen und Abflussspitzen dämpfen kann. Gemeinsam mit bestehenden Retentionsräumen in Monheim und Orsoy entsteht so ein zusammenhängender Rückhalteraum von insgesamt 480 ha, berichtet das NRW-Umweltministerium.
Das Vorhaben ist Teil des Nationalen Hochwasserschutzprogramms und soll nicht nur den Hochwasserschutz vor Ort verbessern, sondern auch flussabwärts liegende Kommunen entlasten. Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) bezeichnete die Deichrückverlegung als Beispiel für modernen Hochwasserschutz, der neben technischen Schutzanlagen auch auf zusätzliche Überflutungsflächen setzt. Bereits 2019 wurde zur Sicherung des Gebiets eine bis zu 20 m tiefe und 1.600 m lange Dichtwand errichtet, um einen Anstieg des Grundwassers bei Hochwasser zu verhindern.
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist zudem die Umgestaltung der Bundesstraße 288. Da die Straße künftig innerhalb des neuen Retentionsraums verläuft, wird sie auf einem Brückenbauwerk geführt, damit die Verkehrsverbindung auch bei Hochwasser erhalten bleibt. Die Arbeiten erfolgen weitgehend unter laufendem Verkehr.
Umgesetzt wird das Projekt vor Ort von den Wirtschaftsbetrieben Duisburg. Die Bauarbeiten an Deich und Straßeninfrastruktur sollen bis 2029 abgeschlossen werden. Anschließend folgen bis 2031 der Rückbau des alten Deichs sowie Landschafts- und Renaturierungsmaßnahmen. Nach Angaben des Umweltministeriums wird dabei ein Großteil des Deichmaterials wiederverwendet. Ziel des Vorhabens ist es, den Hochwasserschutz langfristig zu stärken, zusätzliche Retentionsräume zu schaffen und die Region besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen.



