
In Baden-Württemberg haben Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) und Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder gemeinsam mit Landrat Prof. Christian Dusch sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Anliegerkommunen den sanierten Dammabschnitt des Rheinhochwasserdamms XXV und des rechten Murgdamms auf den Gemarkungen Rastatt, Steinmauern, Elchesheim-Illingen und Au am Rhein eingeweiht. Wie das Landesumweltministerium berichtet, dauerte die Ertüchtigungsmaßnahme rund sieben Jahre und umfasst einen 13 km langen Abschnitt des Rheinhochwasserdamms XXV sowie einen rund einen km langen Abschnitt des rechten Murgdamms. Die Gesamtkosten liegen bei rund 40 Mio. Euro.
Mit dem Abschluss der Sanierung ist nun die bauliche Verbindung zwischen dem 2014 fertiggestellten Hochwasserschutz- und Ökologieprojekt Murg in Rastatt und dem geplanten Hochwasserrückhalteraum Polder Bellenkopf/Rappenwört in Karlsruhe hergestellt. Das Vorhaben ist Bestandteil des Gesamtprojektes Hochwasserschutz am Oberrhein und Teil des Dammertüchtigungsprogrammes des Landes. Investitionen in den Hochwasserschutz seien eine gesellschaftliche Notwendigkeit, erklärte Walker. Hochwasserschutz koste Geld, aber Nichtstun koste mehr.
Im Zuge der Ertüchtigung wurde nach Angaben des Ministeriums der Damm durch flachere Böschungen und eine Berme auf der Landseite deutlich verbreitert und mit einem durchgängigen Dammverteidigungsweg ausgestattet, der im Bedarfsfall eine effektive Gefahrenabwehr ermöglicht. Darüber hinaus wurde in zwei Abschnitten eine Begradigung vorgenommen, sodass insgesamt 825 m Dammführung angepasst und rund 3,6 ha in das Überschwemmungsgebiet des Rheins integriert wurden. Da der Damm durch ein Natur-, FFH-, Vogel- und Landschaftsschutzgebiet verläuft, bestand eine der größten Herausforderungen darin, die baulichen Anforderungen mit den Vorgaben des Natur- und Artenschutzes in Einklang zu bringen. Im Zuge des Projekts wurden mehrere Kompensationsmaßnahmen umgesetzt und u.a. Laichgewässer für Amphibien angelegt und die Alt-Murg in Steinmauern wieder naturnah umgestaltet.
Der Landrat erklärte: „Der Bodenschutz für dieses ambitionierte Projekt spielte bereits im Genehmigungsprozess eine herausragende Rolle. So wurden zeitweise beanspruchte Flächen rekultiviert, um anschließend ihre ursprüngliche Funktion zum Beispiel als landwirtschaftliche Fläche wieder vollständig erfüllen zu können.“ Nach dem Abschluss der eigentlichen Dammertüchtigung stehen nun noch letzte Restarbeiten an.



