Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt vermeldet erste Erfolge bei der Renaturierung des Seemenbachs. Der Bach wird teilweise verlegt, eine Flutmulde sowie ein Tümpel und Altarme werden angelegt, teilte das RP Anfang Oktober mit. Große Teile der Erdarbeiten konnten bereits durchgeführt werden; sie sollen bald abschlossen sein. Anschließend würden noch Gehölze gepflanzt, um die Beschattung zu verbessern.
Das Regierungspräsidium renaturiert den Angaben zufolge seit Mitte August dieses Jahres den Seemenbach südlich von Nieder-Seemen mit Mitteln aus dem Klimaplan Hessen. Die Stadt Gedern unterstütze das Projekt und stelle die notwendigen Flächen für die Maßnahme zur Verfügung. Zur Vorbereitung der Arbeiten seien auch so genannte Elektrobefischungen durchgeführt worden, damit im Zuge der Baumaßnahme möglichst keine Fische, Krebse oder Muscheln verletzt werden. Mehrere Tausend kleine Fische, wie Stichlinge, Bachschmerlen, Gründlinge und Elritzen, Bitterlinge und Rotaugen wurden in einen unterhalb gelegenen Bachabschnitt umgesetzt.
Im Zuge der Baggerarbeiten sei auch ersichtlich geworden, wie stark die heimischen Gewässer belastet sind. Neben Autoreifen, Warmbarken und Spielzeug sei auch allerhand Altplastik aus dem Bach geborgen worden und werde nun ordnungsgemäß entsorgt. Der Bach bekomme nun wieder mehr Raum, um Wasser in der Landschaft zurück zu halten und neue Lebensräume zu schaffen. Die jüngsten, teils ergiebigen Regenfälle hätten die neu geschaffenen Retentionsräume bereits erfolgreich auf die Probe gestellt.




