Rutschungen am Ufer des Cottbuser Ostsees: Untersuchungen laufen

Umweltschützer der Grünen Liga sind besorgt über Böschungsrutschungen am Cottbuser Ostsee. Der ehemalige Tagebau Cottbus-Nord wird derzeit geflutet und soll mit 19 Quadratkilometern in diesem Jahrzehnt der größte künstliche Binnensee Deutschlands werden. Die Rutschungen erfolgten der Grünen Liga zufolge am Ufer, welches der Stadt zugewandt ist. Das bestätigte auch das Energieunternehmen Leag. Es habe lokale Böschungsbewegungen im Bereich des Lärmschutzdammes Schlichow gegeben. Solche Umbildungen passierten während einer Flutung immer mal wieder, sagte Sprecherin Kathi Gerstner. Warum dieser Bereich betroffen sei, werde gemeinsam mit dem Landesbergbauamt untersucht.

Für den Braunkohleexperten der Grünen Liga, René Schuster, ist der Vorgang „ungewöhnlich und besorgniserregend“. Normalerweise sei nur die von den Baggern aufgeschüttete Kippenseite rutschungsgefährdet. Mit Schlichow liege eine bewohnte Siedlung in unmittelbarer Nähe der Rutschung, erklärte er. Zudem sei der Bereich der Kaimauer betroffen, in dem die Stadt das Seeufer entwickeln wolle.

Insgesamt 22 Projekte sollen rund um den See verwirklicht werden. Ein zentrales Vorhaben ist etwa die Seevorstadt, die das Gewässer mit Cottbus städtebaulich verbinden soll. Im Jahr 2025 soll das Wasser des Ostsees die notwendige Mindesthöhe von 2,70 Meter in der Mitte des Sees erreichen. Die Flutung hatte im April 2019 begonnen und war wegen anhaltender Trockenheit immer wieder ausgesetzt worden.

Gegen die Flutung des Cottbuser Ostsees haben die Stadt Frankfurt (Oder) und die Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft (FWA) geklagt. Dabei stellen sich nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Cottbus Fragen zu Anwendung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die das Gericht dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zur Klärung vorgelegt hat (EUWID 51.2021)....

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