Schutzstrategie für bayerischen Altmühlsee wird ausgebaut

Mit einer umfassenderen Strategie soll die Gewässerqualität des Altmühlsees weiter verbessert werden. Ziel sei, das Gewässer zu schützen und optimale Bedingungen für Freizeitaktivitäten und Tourismus zu schaffen, erklärte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) jetzt in München. „Wir werden die Seen nicht den Blaualgen und den Graugänsen überlassen“, sagte er. Intensiviertes Ausbaggern des Sees, der Einsatz eines Mähbootes und die gezielte Bejagung der Graugänse gehören zu den Maßnahmen, mit denen der Altmühlsee für die kommende Badesaison fit gemacht werden soll. Dazu sollen alle Beteiligten wie Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus zusammenarbeiten. „Ich danke der Steuerungsgruppe für ihre sehr gute Arbeit und der lokalen Jägerschaft für die enge Zusammenarbeit. Wir geben jetzt ein neues Gutachten in Auftrag, um vor Ort den Vogelbestand und insbesondere die Zahl der Gänse zu erfassen“, so der Minister. Die Informationen sollen die Grundlage einer Gesamtbewertung der Situation und der Prüfung möglicher weiterer Maßnahmen bilden.

Nach Angaben des Ministeriums führt das Wasserwirtschaftsamt Ansbach seit vielen Jahren Maßnahmen zum Rückhalt der Nährstoffe im Einzugsgebiet und zur Reduzierung der Nährstoffe im Altmühlsee durch. Insbesondere komme ein spezielles Mähboot zum Einsatz, das extra für die Bedürfnisse im Fränkischen Seenland konstruiert wurde. Zusätzlich wurden Kläranlagen im Einzugsgebiet mit einer Phosphatfällung ausgerüstet. Förderprogramme veranlassen die Landwirtschaft, Mulchsaat und Zwischenfruchtanbau zu praktizieren sowie Uferstreifen als Puffer zum Gewässer zu belassen. Zudem dienen regelmäßige Sanierungsbefischungen und Sedimententnahmen der Reduzierung der Nährstoffgehalte.

Die Sanierungsmaßnahmen haben bisher dazu geführt, dass sich grundsätzlich die Sichttiefe des Altmühlsees verbessert hat, das Algenaufkommen reduziert wurde und sich andere Wasserpflanzen angesiedelt haben, heißt es weiter. Wegen der wiederholten Blaualgenblüte wurde nach weiteren Lösungen gesucht, die Teil eines integralen Gesamtkonzepts sein sollen. Dazu soll der Nährstoffeintrag im Einzugsgebiet des Sees weiter verringert werden, gleichzeitig sollen die Auswirkungen einer möglichen Algenblüte auf die Besucher so gering wie möglich gehalten werden. Die Zeiträume mit Blaualgenblüte und Badeverbot sollen so kurz wie möglich sein.

Vor allem Graugänse, deren Bestand am Altmühlsee in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sei, tragen durch Nährstoffeintrag zum Algenwachstum bei. Es handelt sich um jagdbare Arten.

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