Einen neuen Ansatz, um Regen in Trockenregion zu bringen, hat die Universität Hohenheim vorgestellt. Ausreichend große und clever angelegt Solarparks könnten das Wetter in küstennahen Wüstengebieten so beeinflussen, dass es regnet. Ein ähnlicher Effekt lässt sich voraussichtlich auch durch künstliche Dünen mit mehreren 100 Meter Höhe erreichen. So lauten die Einschätzungen eines Forschungsteams der Universität Hohenheim in Stuttgart. Ihre These wollen sie jetzt in der Wüste der arabischen Halbinsel erhärten, wie die Universität mitteilte.
Geplant seien intensive 3-D-Wetter-Analysen und hochauflösende Computer-Simulation. Möglich macht dies den Angaben zufolge ein hochdotierter Forschungspreis der Vereinigten Arabischen Emirate: Das sogenannte UAEREP-Programm schreibe jedes Jahr fünf Millionen US-Dollar aus, um internationale Spitzenforschung für verstärkten Regen in Wüsten und Halbwüsten zu verwirklichen. In diesem Jahr erhielten insgesamt drei Forschungsteams die Spitzenförderung – aus weltweit insgesamt 120 Einreichungen. Die Universität Hohenheim sei bereits zum zweiten Mal darunter.
Die Forschung von Oliver Branch und seinem Team vom Institut für Physik und Meteorologie könnte nach den Ausführungen der Universität dazu führen, das Landschaftsbild in küstennahen Wüstenregionen radikal zu verändern. Ihre Vision sei eine Kulturlandschaft, in der zwischen riesigen Solarparks großflächige Felder mit Ölfrüchten wie Jojoba oder Jatropha neuen Boden aufbauen. Ein Bruchteil des Solarstroms treibe die Pumpen an, die die Pflanzungen mit Grundwasser aus Zisternen bewässern. Die Pflanzen kühlen die heiße Luft herunter, was den Wirkungsgrad der Solarmodule erhöhe. Vom nahen Meer strömen Winde heran. Im Sommer bilden sich an günstigen Tagen Wolken, die sich mit Regen entladen.
„Unser Kalkül: Sobald künftige Solarparks eine bestimmte Größe überschreiten, würden sie der warmen Luft genug Auftrieb geben, dass diese Atmosphärenschichten erreicht, in denen sich Wolken bilden können. Dort kondensierte das Wasser. Es entstehen Regen und Gewitter“, erklärte Branch. Eine ähnliche Wirkung könnten auch große künstliche Dünen haben. „Aus der Forschung wissen wir, dass zum Beispiel Bergkuppen Windströmungen so umleiten, dass sie aufeinanderprallen, aufsteigen, Wolken formen und abregnen“, so der Institutsleiter, Prof. Volker Wulfmeyer. „Die Grundprinzipien sind bekannt, für ein solches Projekt kommt es auf die Details an.“ Für die Messungen setze das Team auf Hochleistung-Lasersysteme, sogenannte LiDARs.




