Steuerzahlerbund erwartet höhere Abwassergebühren in NRW

Die Gebühren für Abwasser in Nordrhein-Westfalen werden 2026 nach Angaben des Bundes der Steuerzahler (BdSt) NRW steigen und teilweise deutlich über der amtlichen Preissteigerungsrate liegen. Das lege eine erste Auswertung von Ratsvorlagen nahe, die der Bund der Steuerzahler NRW Ende 2025 für einige Städte beispielhaft vorgenommen habe, schreibt die Organisation in ihrem Newsletter „NRW Nachrichten“. Steigende Abwasser- und Abfallgebühren machten das Wohnen im Jahr 2026 in vielen Städten und Gemeinden noch teurer. Die Kommunalpolitik sei aufgerufen, diesem Trend durch bürgerfreundliche Kalkulationen entgegenzutreten.

Einer Ratsvorlage in Münster sei zu entnehmen, dass der Schmutzwassergebührensatz deutlich steigen soll. Der BdSt-Musterhaushalt, der 200 m³ Schmutzwasser produziert und der 130 m² seines Grundstücks befestigt hat, würde 7 Prozent mehr für die Abwasserentsorgung zahlen. Auch in Mülheim an der Ruhr zeige eine Beschlussvorlage, dass der Musterhaushalt 7 Prozent mehr bezahlen müsste. In Gütersloh sei geplant, den Schmutzwassergebührensatz von 2,99 Euro/m³ auf 3,40 Euro/m³ zu erhöhen. Würde der Stadtrat dies beschließen, müsste unser Musterhaushalt mit einer Mehrbelastung von 12 Prozent rechnen.

Gebührensteigerungen seien im Dezember auch in Großstädten wie Bottrop um 5 Prozent, Essen um fast 6 Prozent und Siegen um 5 Prozent diskutiert worden. Diese negative Entwicklung bei den Abwassergebühren lasse sich auch in den kleinsten NRW-Gemeinden beobachten. In Hallenberg im Hochsauerlandkreis sei einer Ratsvorlage zu entnehmen, dass sowohl der Schmutz- als auch der Niederschlagswassergebührensatz von 2025 auf 2026 steigen sollen. Folge für unseren Musterhaushalt: eine Erhöhung der Abwassergebühren um 5 Prozent. Ein ähnliches Bild auch in der Gemeinde Dahlem im Kreis Euskirchen.               

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