Nach fast neunjähriger Bauzeit ist heute die neue Hochwasserschutzanlage entlang der Werra in Eisfeld in Betrieb genommen worden. Die Kosten belaufen sich auf rund 25 Millionen Euro, wie das Umweltministerium Thüringen mitteilte. Der Großteil davon sei über EFRE-Mittel der EU finanziert worden; das Land mit rund sieben Millionen Euro und der Bund finanzierten ebenfalls mit.
Bis 2027 sollen dem Ministerium zufolge über 100 weitere bauliche Maßnahmen des Landes und der Kommunen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes vorangetrieben werden. Dafür seien über 400 Millionen vorgesehen
Zu den wesentlichen Veränderungen in Eisfeld gehören circa 1.800 m Hochwasserschutzmauern am linken und rechten Werraufer, sechs Brückenbauwerke, davon jeweils drei große Straßen- und drei Fußgängerbrücken, sowie der Neubau einer Steganlage. Drei Hochwasserschutzdeiche über circa 550 m sowie zwei Schöpfwerke mit rund 1.900 m Binnenentwässerungsleitungen wurden den Angaben zufolge errichtet.
„Überall in Thüringen bereiten wir uns darauf vor, dass die Klimaveränderungen zu Extremwetterlagen führen können. Wir brauchen beim Hochwasserschutz beides: Mehr Raum für Flüsse und technischen Hochwasserschutz. Das sind - wie wir in Eisfeld sehen - lange Prozesse“, sagte Umweltminister Bernhard Stengele (Grüne). Deshalb habe das Land ein erstes langfristig angelegtes Hochwasser-Landesprogramm schon durch ein zweites bis zunächst 2027 ergänzt.
Die Untersuchungen des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz hätten gezeigt, dass bei einem großen Hochwasser in Eisfeld über 420 Gebäude von Überflutungen betroffen wären, so der Präsident des Landesumweltamtes, Mario Suckert. Schon durch das vergangene „Weihnachts-Hochwasser“ Ende Dezember 2023 wäre es in Eisfeld ohne die neuen Hochwasserschutzbauwerke zu erheblichen Schäden an der Bebauung und Infrastruktur gekommen. Demnach hätten die Maßnahmen bereits ihre erste größere Bewehrungsprobe erfolgreich bestanden.




