
Auf circa 80 Prozent der Thüringer Landesfläche ist weniger verfügbares Grundwasser vorhanden - regional bis zu 50 Prozent weniger. Das berichtete das Landesumweltministerium Ende April im Rahmen des Informationstages zu Starkregen sowie Dürre und Wassermangel in Kaulsdorf im Rahmen seines Programms „Aktion Fluss“.
Die wasserwirtschaftlichen Extremereignisse seien in den vergangenen Jahren infolge der Klimaveränderungen in Thüringen vermehrt aufgetreten. So habe die klimatische Wasserbilanz als Maß für die Wasserverfügbarkeit im Zeitraum von 2011 bis 2020 bei nur 70 mm und damit 50 Prozent unter dem langjährigen Mittel gelegen, das zwischen 1961 und 1990 bei 149 mm lag.
Die Prognosen für die Jahre 2021 bis 2050 zeigen den Angaben zufolge, dass die klimatische Wasserbilanz künftig durchschnittlich im Bereich der letzten zehn Jahre liegen wird und Dürren noch stärker ausgeprägt sein werden. Zudem sei der Wasserabfluss an zahlreichen Flusspegeln vor allem in den Sommermonaten deutlich zurückgegangen.
Das betreffe beispielsweise den Zuflusspegel zur Trinkwassertalsperre Leibis/Lichte mit 35 Prozent Rückgang im Vergleich zu 1961 bis 1990. Auf der anderen Seite sei die Wahrscheinlichkeit von Starkniederschlagsereignissen durch veränderte Niederschlagsmuster kontinuierlich angestiegen. Das führe einerseits zu einer steigenden Gefährdung durch Sturzfluten, andererseits aber auch zu Veränderungen der künftigen Wasserverfügbarkeit. Thüringen plane die Aufstellung des Landesprogramms Wasserressourcen. Vor den ökologischen und sozialen Folgen der Wasserknappheit hat kürzlich der BUND Thüringen gewarnt und entschlossene Maßnahmen zum Schutz unserer Wasserressourcen gefordert.



