Ein neues Forschungsprojekt des Umweltbundesamts (UBA) will kommunale Entscheiderinnen und Entscheider dabei unterstützen, Potenziale und Grenzen von naturbasierten Lösungen (NbS) für die Klimaanpassung zu ermitteln. Im Fokus des Projekts „Blue Green City Coaching (BGCC)“ stehen dabei die Bewertung der NbS bei Klimafolgen wie Hitze und Dürre sowie der Einfluss von NbS auf die urbane Klimaresilienz kleinerer Großstädte und deren Umland, teilte das UBA mit.
Das Projekt unterstütze kleinere deutsche Großstädte mit 100.000 bis 300.000 Einwohnern dabei, Risiko- und Potenzialanalysen von NbS durchzuführen und die Basis für gemeindeübergreifende Transformationsstrategien sowie integrierte Konzepte und Kooperationen zu schaffen. Insgesamt zehn Kommunen würden ab etwa Mitte 2025 bis Ende 2027 intensiv begleitet. Im Frühjahr 2025 werde es die Möglichkeit geben, sich dafür zu bewerben.
Ein Forschungsschwerpunkt von BGCC bezieht dem UBA zufolge die Perspektive des Stadtumlandes ein. Dabei werde analysiert, ob die Einführung von wasserbezogenen NbS für die Klimaresilienz in der Stadt zu Wasserkrisen und Nutzungskonflikten zwischen Stadt und Umland führt. Der Fokus liege dabei auf lokalem Rückhalt des Regenwassers zur Linderung der Klimafolgen wie Hitze, Dürre und Starkregen.
Vielfältige Ausgestaltungen wie Auenstrukturen und urbane Gewässer
Dem UBA zufolge gilt es, wichtige Fragen anzugehen und einige Hindernisse zu überwinden, um die vielseitigen Potentiale von NbS für die urbane Klimaanpassung in Deutschland noch besser auszuschöpfen. Hauptsächlich kämen derzeit blaugrüne Infrastrukturelemente zum Einsatz, dabei könnten wasserbezogene NbS vielfältige Formen und Ausgestaltungen annehmen: Auenstrukturen, Moore zum Wasserrückhalt in der Landschaft, urbane Gewässer, grüne Freiräume im urbanen Raum, de- und semizentrale Pflanzenkläranlagen sowie Dach- und Fassadenbegrünen.
In vier Phasen zum Handbuch für kommunale Entscheiderinnen und Entscheider
Die bis Ende 2027 dauernde Projektlaufzeit des BGCC unterteilt sich den Angaben zufolge in vier Phasen. Die erste Projektphase ziele darauf ab, eine Coaching-Toolbox zu Abläufen, zur Methodik und zu Vermittlungsinhalten des Coachings zu entwickeln. Zu diesem Zweck würden Synergien eigener Planungstools und vorhandener NbS-Konzepte geschaffen. Gegenstand der zweiten Phase mit Beginn Frühjahr 2025 sei der Bewerbungsprozess von Großstädten mit bis zu 300.000 Einwohnern für das Schwammstadt-Coaching. Phase drei umfasse die systematische Beratung und Begleitung der ausgewählten Kommunen zur Implementierung blaugrüner Infrastrukturen auf Basis der in der ersten Phase entwickelten Toolbox.
Das Coaching befähige teilnehmende Städte, kurz-, mittel- und langfristige Handlungserfordernisse, Ressourcenbedarfe und Voraussetzungen einer klimaangepassten und wassersensiblen Stadtentwicklung zu bestimmen. Zum Abschluss des Forschungsvorhabens würden in der vierten Phase die entwickelte Coaching-Toolbox sowie die Inhalte der Implementierungsstrategien evaluiert und optimiert. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen dem UBA zufolge in die Erstellung eines Coaching-Handbooks sowie in Fachpublikationen ein.
Das Forschungsprojekt des Umweltbundesamtes wird den Angaben zufolge vom Bundesumweltministerium (BMUV) aus Mitteln des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) gefördert und vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Kooperation mit Fresh Thoughts Consulting und dem Deutschem Institut für Urbanistik (Difu) umgesetzt. Aktiv unterstützt werde das Projekt vom Zentrum Klimaanpassung und dem Deutschen Städtetag.




