UBA: Kiesgeprägte Tieflandbäche müssen mit gezielten Maßnahmen geschützt werden

Umweltbundesamt kürt Gewässertyp des Jahres 2025

Der kiesgeprägte Tieflandbach ist vom Umweltbundesamt (UBA) zum „Gewässertyp des Jahres 2025“ gekürt worden. Die sensiblen Gewässer müssen der Behörde zufolge mit gezielten Maßnahmen geschützt werden. Viele Flüsse und Bäche entstanden nach der letzten Eiszeit durch das Abschmelzen der Eismassen, die zuvor große Teile des Landes bedeckten, heißt es in einer Mitteilung des UBA. Durch das Schmelzwasser der einstigen Eiszeit-Gletscher wurden große Mengen an Kies und Sand abgelagert, die heute den Untergrund vieler Fließgewässer prägen. Besonders der kiesgeprägte Tieflandbach stehe stellvertretend für diese geologischen Prozesse. Sein breites, flaches Bachbett mit durchlässigem Untergrund ist charakteristisch für Regionen, die von glazialen Ablagerungen geprägt wurden.

Die schmalen Bäche – oft nicht breiter als fünf Meter – finden sich in den eiszeitlich geformten Regionen Norddeutschlands, erläutert das UBA, das als Beispiele die Ucker in Brandenburg und die Nebel in Mecklenburg-Vorpommern nennt. Noch kämen in diesen Bächen Organismen vor, die optimal an einen niedrigen Temperaturbereich angepasst sind. Doch der Klimawandel setze auch ihnen zu, steigende Temperaturen könnten diese spezialisierten Arten verdrängen.

Rückbau von Wehren und Reduzierung der Nährstoffeinträge erforderlich

Zudem führe zunehmende Sommerhitze dazu, dass kleinere Bäche häufiger austrocknen – eine existenzielle Bedrohung für das gesamte ⁠ Ökosystem ⁠,Wildtiere und die lokale Klimaregulation. Bereits jetzt gelten 85 Prozent dieser Gewässer als „naturfern“. Staustufen und Wehre blockierten die Wanderwege von Fischen und begünstigten eine Anreicherung von Nährstoffen. Die Begradigung und Befestigung von Ufern zerstören Lebensräume, während landwirtschaftliche Einträge die Wasserqualität belasteten.

Um die sensiblen Gewässer zu schützen, sind dem UBA zufolge gezielte Maßnahmen nötig: Der Rückbau von Wehren, die Anlage von Fischtreppen, der Verzicht auf Uferbefestigungen sowie eine Reduzierung der Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft. Diese Eingriffe helfen den Angaben zufolge nicht nur, die Bäche in einen naturnahen Zustand zurückzuführen – sie machten sie auch widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels.    

Studie zur Veränderung eines Gletschers in Auftrag gegeben  

Mit Blick auf das Abschmelzen der Gletscher als Folge des Klimawandels, Thema des diesjährigen Weltwassertages, weist das Umweltbundsamt darauf hin, dass in einer Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena ein Forschungsteam im Auftrag des UBA die Veränderungen eines lokalen Gletschers, der Teil des weitläufigen Collins-Gletschers auf der antarktischen King George Island ist, untersucht. Die Analyse der Gletscherflächen im südwestlichen Teil der Insel zeige einen drastischen Rückzug der Gletscherfronten von 1956 bis 2023. Innerhalb dieser Zeit habe sich die Gletscherfront um rund 375 Meter zurückgezogen – das entspreche einem durchschnittlichen Rückgang von 5,6 Metern pro Jahr. Das UBA betont, dass die Eismassen der Gletscher eine zentrale Rolle im globalen Wasserkreislauf spielen, da weltweit 70 Prozent der Süßwasserressourcen in Gletschern gebunden sind.

- Anzeige -

- Anzeige -