Gleich mehrere Kommunen und zwei Länder sind beteiligt, wenn die Kläranlage Weinheim in Baden-Württemberg um eine vierte Reinigungsstufe erweitert wird. Auch Abwässer aus Hessen, genauer gesagt aus Viernheim, Birkenau, Heppenheim und Gorxheimertal, werden dort gereinigt, berichtet das hessische Umweltministerium anlässlich der Übergabe von Förderbescheiden durch Umweltstaatssekretär Michael Ruhl (CDU) in Höhe von insgesamt über fünf Mio. Euro an die vier Kommunen.
Dass diese sich am Ausbau der Kläranlage Weinheim beteiligen und auch das Land Hessen seinen Beitrag leisten könne, sei auch gut für Hessen, so Ruhl: „denn das hier gereinigte Wasser fließt durch das Hessische Ried und damit unsere wichtigste Trinkwasserquelle für Südhessen und das Rhein-Main-Gebiet. Um auch künftig hier eine sichere und hochwertige Trinkwasserversorgung und die Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen sicherzustellen, wurden 2018 mit der ‚Spurenstoffstrategie Hessisches Ried‘ wichtige Grundlagen geschaffen, deren Umsetzung wir hier voranbringen“, erklärte der Staatssekretär.
Die „Spurenstoffstrategie Hessisches Ried“ sieht zahlreiche Maßnahmen vor, um die stoffliche Belastung der Fließgewässer im Hessischen Ried zu vermindern. Unter anderem sollen ausgewählte kommunale Kläranlagen um eine vierte Reinigungsstufe erweitert werden, um die stoffliche Belastung der Gewässer zu vermindern.
Das Umweltministerium Baden-Württemberg unterstützt die Erweiterung der Kläranlage Weinheim bereits seit Dezember 2022 und beteiligt sich ebenfalls an der nun übergebenen Förderung. Ministerin Thekla Walker (Grüne) lobte die gute Zusammenarbeit der Kommunen: „Ich begrüße es, dass sich baden-württembergische und hessische Gemeinden zusammengeschlossen haben, um gemeinsam und länderübergreifend den aktiven Gewässerschutz voranzubringen.“ Die aktuelle Erweiterung schütze die Ökosysteme in Flüssen und Seen und die Trinkwasserversorgung vor Ort.



