Kläranlagen werden immer wichtiger für den Gesundheitsschutz: Auch in Hessen werden in drei Städten - Frankfurt, Kassel und Wiesbaden - Proben entnommen für die Überwachung von Viruserkrankungen, wie das Gesundheitsministerium des Bundeslandes Ende April berichtet.
Bundesweit werden 70 Kläranlagen wöchentlich beprobt. Das Projekt „Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung“ (Amelag) wird den Angaben zufolge vom Bundesgesundheitsministerium finanziert und von Robert-Koch-Institut (RKI) und Umweltbundesamt (UBA) durchgeführt. Daneben gibt es Forschungsprojekte.
Überwacht wird aktuell die Viruslast im Abwasser von SARS-CoV-2, Influenza, RSV und Polio, wie das Ministerium ausführt. An jeder beteiligten Kläranlage würden Zulaufproben entnommen und entsprechende Begleitparameter der Probennahme - etwa Wetterdaten, Volumenstrom oder Temperatur – erfasst, so das Gesundheitsministerium Hessen.
Die hessischen Proben werden zu einem vom Bund beauftragten Labor versandt und dort untersucht. Das RKI veröffentlicht die Daten einmal wöchentlich - sowohl aggregiert als auch für jeden einzelnen Standort.
„Das Abwassermonitoring hat großes Potenzial“, sagt Wiebke Reimann, Sprecherin des Frankfurter Gesundheitsamts. „So kann zum Beispiel die Verbreitung bestimmter Infektionskrankheiten besser eingeschätzt und daraus konkrete Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung abgeleitet werden.“ (dpa)




