In der Debatte um die Einführung des Wassercents in Bayern hat die Grünen-Landtagsfraktion ein höheres Tempo gefordert und ein eigenes Konzept vorgelegt. Die Grünen schlagen demnach etwa für die Entnahme von Grundwasser einen Preis von acht ct pro m³ vor, bei Tiefengrundwasser sollen es 100 ct pro m³ sein, bei der Entnahme aus oberirdischen Gewässern wie Seen und Flüssen 2,5 ct pro m³. Um den Wassercent erfassen und abrechnen zu können, soll auf die Zählerstände an digitalen Wasseruhren zurückgegriffen werden - ähnlich wie beim Strom.
Ausnahmen soll es laut dem Grünen-Vorschlag unter anderem bei der Entnahme von Grundwasser bis zu einer Menge von 3.000 m³ im Jahr geben, bei Oberflächenwasser-Entnahmen bis 10.000 m³ pro Jahr. Auch für die Bereiche Wasserkraft, Stromgewinnung und Wasser zu Löschzwecken soll keine Gebühr anfallen. Ausnahmen für die Landwirtschaft oder ganze Industriezweige lehnen die Grünen dagegen ab.
Um die Abgabe konkret umsetzen zu können, schlagen die Grünen die Einführung eines zentralen Wasserentnahmekatasters vor. Ein solches gibt es in Bayern bislang nicht. Zudem soll die Zahl der Wasserschutzgebiete im Freistaat verdoppelt werden. „Jeder einzelne Wassercent ist eine wichtige Investition in unser Wasser“, begründete der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Johannes Becher die empfohlenen Maßnahmen. Die Einnahmen aus dem Wassercent sollten ausschließlich in eine nachhaltige Gewässerbewirtschaftung und in den Grundwasserschutz fließen.
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