Der Landkreis Oberhavel, das Land Brandenburg und die Hennigsdorfer Elektrostahlwerke (H.E.S.) haben nach langer Verhandlungsdauer die Verträge unterzeichnet, die ein System zur Sicherung des Grundwassers auf dem H.E.S.-Betriebsgelände regeln und so die Neuausweisung des Wasserschutzgebiets Stolpe möglich machen. Ziel sei, das Industrieareal aus dem Wasserschutzgebiet zu entlassen, berichtet das Brandenburger Umweltministerium.
Damit könne das traditionsreiche Stahlwerk modernisiert werden, Die Neuausweisung soll 2027 rechtskräftig sein. Die Vereinbarungen zwischen Land, Kreis und H.E.S. schaffen die rechtliche Grundlage für die Anpassung der Schutzgebietskulisse bei gleichzeitig dauerhaftem Trinkwasserschutz. Das schaffe Sicherheit für die geplanten Investitionen in den Um- und Ausbau des Stahlwerks der Riva-Gruppe.
Mit dem Bau von Abwehrbrunnen und einem Grundwassermonitoring auf dem H.E.S.-Gelände werde die Qualität des Grundwassers dauerhaft gesichert. Die Brunnen werden im Havariefall in Betrieb genommen und fördern das verunreinigte Grundwasser nach oben in eine Reinigungsanlage. Damit sei gesichert, dass das Trinkwasser für rund 600.000 Menschen aus dem Wasserschutzgebiet nicht kontaminiert werden kann. Die Grundwasserqualität werde ständig überwacht. Die Kosten für das alternative Sicherungssystem tragen die Hennigsdorfer Elektrostahlwerke. Eine finanzielle Förderung durch die öffentliche Hand sei nicht vorgesehen.
Nach Angaben des Ministeriums bat Riva erstmals im Jahr darum, aus dem Wasserschutzgebiet entlassen zu werden. Seit 2014 wurden konkrete Verhandlungen geführt. Der Landkreis wurde 2015 als untere Landesbehörde in die Verhandlungen einbezogen. Ziel war es, den Schutz des Trinkwassers, das im betreffenden Gebiet für Teile Oberhavels und Berlins aus dem Grundwasser gewonnen wird, sicherzustellen, aber gleichzeitig den Industriestandort in Hennigsdorf zu erhalten und dessen Entwicklung zu ermöglichen.




