Wasserwerke Bodensee-Rhein kritisieren die nachlässige Alarmierung bei Industrieunfällen

AWBR fordert zuverlässige, umfassende und zügige Information

Die Wasserwerke an Bodensee und Rhein kritisieren die nachlässige Alarmierung bei Gefahrenlagen und haben im Hinblick darauf ihre Forderungen präzisiert. Im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung in Karlsruhe hat die Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR) auf die Gefährdung der Trinkwasserressourcen aufmerksam gemacht. Der Leiter der Koordinierungsstelle der AWBR und Geschäftsführer des TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe, Josef Klinger, hat darauf hingewiesen, dass neben den Auswirkungen des Klimawandels den Wasserversorgern Informationsdefizite bei Schadenslagen große Sorgen bereiten. Die Wasserversorger sähen sich nach Industrieunfällen mit Gewässerbelastungen unzureichend informiert.

Ende Juli 2021 kam es in Leverkusen-Bürrig zu einer Explosion im Tanklager des dortigen Entsorgungszentrums. Über den Warn- und Alarmdienst Rhein wurde laut AWBR mitgeteilt, dass es zu keinen Einträgen von Löschmitteln kam. Erst später wurde bekannt, dass sehr wohl Schadstoffe in größerem Umfang in den Rhein eingeleitet wurden und eine Information der stromabwärts liegenden Uferfiltrat-Wasserwerke unterlassen wurde (EUWID 1.2022). Hiervon waren die Wasserversorger betroffen, die im Schwesterverband Arbeitsgemeinschaft Rhein-Wasserwerke (ARW) organisiert sind.

Ein weiterer Fall betraf den Trinkwasserspeicher Bodensee. Zum Jahreswechsel 2020/2021 kam es nach Angaben der AWBR zweimal zu Bränden in einer Firma, in deren Folge PFOS-haltige Löschwässer über die Goldach in den Bodensee eingetragen wurden. Der Fall sei erst durch einen Schweizer Gerichtsentscheid im Frühjahr 2022 öffentlich bekannt geworden. Eine Information der zwölf Seewasserwerke am Bodensee mit mehreren Millionen Trinkwasserkunden über den Warndienst sei nicht erfolgt.

Für Gefahrenlagen fordert die AWBR daher eine zuverlässige, umfassende und zügige Information, um notfalls und rechtzeitig geeignete Maßnahmen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung ergreifen zu können....

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