Die Besorgnis über gesundheitsrelevante Umweltprobleme in der Bevölkerung und die Wahrnehmung damit verbundener gesundheitlicher Risiken haben in den vergangenen Jahren abgenommen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine bevölkerungsrepräsentative Online-Befragung für den aktuellen so genannten WIdOmonitor mit über 3.000 Befragten. So sank der Anteil der Menschen, die sich wegen des Klimawandels Sorgen machen, zwischen 2020 und Ende 2024 um knapp 13 Prozentpunkte. Beim Thema Luftverschmutzung ging die Besorgnis um knapp elf Prozentpunkte zurück. Gleichzeitig stieg der Anteil der Befragten, nach deren Einschätzung Umweltprobleme übertrieben werden, um zehn Prozentpunkte.
Die meisten Sorgen bereiten den Menschen laut der Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) globale Themen wie Plastik beziehungsweise Mikroplastik in der Umwelt (79 Prozent), die Verschmutzung von Gewässern (75 Prozent) oder der Verlust der Artenvielfalt (70 Prozent). Jüngere Befragte unter 30 Jahren machten sich mit einem Anteil von 81 Prozent signifikant häufiger Sorgen über den Klimawandel. 46 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen sommerliche Hitzewellen Sorgen bereiten – ein Aspekt, der in der Vorgängerbefragung noch nicht enthalten war. Die Auffassung, dass Umweltprobleme stark übertrieben seien, wurde in der aktuellen Befragung von rund 29 Prozent der Befragten unterstützt.
Umweltschutz noch mit hohem Stellenwert
Insgesamt hat der Umweltschutz für eine große Mehrheit der Bevölkerung nach wie vor einen hohen Stellenwert. Rund 84 Prozent der Befragten bewerteten ihn Ende 2024 als „sehr wichtig“ oder „wichtig“ (2020: rund 88 Prozent). Doch während 2020 noch knapp 79 Prozent der Befragten angaben, dass ihnen das Thema Klimawandel Sorgen bereite, waren es Ende 2024 nur noch rund 66 Prozent. Beim Thema Luftverschmutzung sank der Wert von rund 56 Prozent 2020 auf 45 Prozent im Jahr 2024.
Eine abnehmende Sensibilität gegenüber Umweltthemen zeigt der WIdOmonitor nicht nur in der sinkenden Besorgnis hinsichtlich relevanter Umweltprobleme, sondern auch in der persönlichen Wahrnehmung gesundheitlicher Beeinträchtigungen. 2020 gaben noch knapp 40 Prozent der Befragten an, dass Umweltverschmutzung und Schadstoffe ihre eigene Gesundheit stark oder sehr stark belasten. In der aktuellen Befragung Ende 2024 war es nur noch ein gutes Viertel der Befragten (27 Prozent), während sich zwei Drittel nur etwas oder überhaupt nicht belastet fühlten.




