Algenbiofilmsystem für Nährstoffrecycling aus Abwasser

Im Rahmen des Forschungsprojekts BiAlDüB („Algenbiofilmsystem für Nährstoffrecycling aus Abwasser mit Verwertung zu landwirtschaftlichem Dünger und grünem Biogas“) wollen die Universität Bielefeld und das Forschungszentrum Jülich ein neues, nachhaltiges Verfahren der Abwasseraufbereitung entwickeln. Das vom Bundeslandwirtschaftsministerium im Rahmen der Initiative „Nachhaltige Bioökonomie“ mit rund 800.000 Euro geförderte Projekt nutzt eine in Jülich entwickelte Biofilmtechnik, um Nährstoffe wie Phosphor, Stickstoff und Kalium aus kommunalen Abwässern zur Erzeugung von Algenbiomasse zu gewinnen, berichtet die Universität. Diese Biomasse dient als ökologischer Dünger oder als Substrat für die Produktion von Biogas und Biomethan und ermöglicht damit einen geschlossenen Kreislauf zwischen Landwirtschaft, Energie und Umweltschutz.

Die wissenschaftliche Basis stammt aus einem Vorgängerprojekt von Olga Blifernez-Klassen, in dem an der Universität Bielefeld zentrale Erkenntnisse zur mikrobiellen Zusammensetzung und Stabilität von Algenbiofilmen gewonnen wurden. Aufbauend darauf erforscht Viktor Klassen am Centrum für Biotechnologie (CeBiTec), wie sich Algenbiomasse vollständig in grünes Biogas umwandeln und die verbleibenden Gärreste als hochwertiger Dünger nutzen lassen. „Wir wollen zeigen, dass Abwassernutzung, Energieerzeugung und Düngemittelproduktion in einem Kreislauf funktionieren können“, sagt Klassen. In Bielefeld entsteht hierzu eine automatisierte Pilotanlage, die Abwässer unter kontrollierten Licht- und Temperaturbedingungen über Algenbiofilme führt, um das System technisch und wirtschaftlich zu optimieren.

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