Bekämpfung von Blaualgen: Reduktion von Phosphor kann Seen giftiger machen

Auch der Stickstoff-Eintrag in Gewässern müsste verringert werden

Forschende der TU Berlin machen auf einen gefährlichen Trugschluss bei der Bekämpfung von Blaualgen aufmerksam. In einem Beitrag für das Fachmagazin Science haben sie erstmals beschrieben, dass Phosphor zu reduzieren Seen giftiger machen kann. Dieses Forschungsergebnis erfordere ein fundamentales Umdenken beim Management von Binnengewässern, schreibt die TU in einer Mitteilung.

Demnach können Blaualgen Giftstoffe produzieren und Seen Sauerstoff entziehen, wenn sie absterben. Phosphor gilt für sie als wichtiger Nährstoff. Bisher seien deshalb überall auf der Welt Milliardenbeträge investiert worden, um den Gehalt an Phosphor zu verringern und so das Wachstum dieser „Cyanobakterien“ zu hemmen. Doch wenn die Gesamtzahl an Bakterien abnehme, stehe den verbleibenden Bakterien mehr eines anderen wichtigen Nährstoffs zur Verfügung, dem Stickstoff. Allerdings unterstütze eine höhere Stickstoffkonzentration hauptsächlich die Blaualgen, die daraus ein Gift produzieren, das sie vor Schäden durch Oxidation schützt. Die Verringerung von Phosphor führe also zu einem Vorteil für die besonders giftigen Blaualgen-Stämme, was wiederum zu einer Zunahme der Giftstoffe im See führen könne.

Die Forschenden haben für den Eriesee an der Grenze zwischen den USA und Kanada das Verhalten der Blaualgen simuliert. Sie fordern ein Umdenken beim Gewässermanagement, das neben der Reduzierung von Phosphor auch die Verringerung des Stickstoff-Eintrags in Gewässer zum Ziel haben müsse....

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