Dresden baut Flusswasserwerk für die Halbleiterindustrie

„Klare Finanzierung: Keine Belastung für Haushaltskunden“

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Das Unternehmen SachsenEnergie hat nach eigenen Angaben einen entscheidenden Schritt für die Versorgung der Halbleiterindustrie im Dresdner Norden mit eigenem Industriewasser erreicht. Mit dem Unternehmen Hochtief wurde ein Generalübernehmer für Planung, Genehmigung und Bau des neuen Flusswasserwerks beauftragt, teilte SachsenEnergie Anfang Juni mit. Der Kommunalversorger setze damit auf einen Partner, der alle zentralen Aufgaben in einer Hand bündle. Ab 2030 soll das erste Dresdner Flusswasserwerk Unternehmen des größten europäischen Halbleiterclusters im Dresdner Norden mit Industriewasser versorgen. Ziel sei es, die Trinkwasserversorgung von der industriellen Nutzung nachhaltig zu trennen und beide Systeme zukunftssicher aufzustellen.

Die Gesamtkosten für das System der Industriewasserversorgung, inklusive Transportleitungen, liegen laut SachsenEnergie nach derzeitigem Stand bei über 300 Millionen Euro und werden zu großen Teilen von dem Unternehmen übernommen. Die Landeshauptstadt Dresden und der Freistaat Sachsen beteiligten sich mit 150 Millionen Euro. Bis zur Inbetriebnahme des Flusswasserwerkes im Jahr 2030 werde der steigende Wasserbedarf der Industrie durch eigenwirtschaftliche Investitionsmaßnahmen in die Trinkwasser-Infrastruktur seitens SachsenEnergie gedeckt. Haushaltskunden tragen den Angaben zufolge keine Kosten, die der Produktion von Industriewasser zuzurechnen sind; SachsenEnergie legt die Ausgaben für die beiden getrennten Versorgungssysteme der Industrie- und Trinkwasserversorgung verursachergerecht um.

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert erklärte, das Projekt sei ein „zentraler Baustein, um Dresdens führende Rolle als Herz der europäischen Mikroelektronik weiter zu stärken“. Die Erfüllung hoher Nachhaltigkeitsstandards spiele bei den Investitionsvorhaben der Chip-Industrie eine wichtige Rolle. „Mit dem neuen Flusswasserwerk schonen wir die wertvolle Ressource Wasser und schaffen Versorgungssicherheit für den wachsendenden Halbleiterstandort Dresden“.

Geschlossener Wasserkreislauf: Wasser fließt gereinigt zurück in die Elbe

Um die Wasserversorgung sowohl für Bevölkerung als auch für die Industrie zukunftssicher aufzustellen, trenne SachsenEnergie seit 2023 in mehreren Schritten die Trinkwasserversorgung von der Versorgung mit Industriewasser. Das Flusswasserwerk entsteht im Gewerbegebiet Übigau und beliefert ab Ende 2030 über zwei neue Leitungen die Chip-Hersteller im Dresdner Norden, so SachsenEnergie. In Spitzenzeiten könne die Anlage täglich bis zu 67.000 Kubikmeter Wasser bereitstellen; eine Erweiterung sei möglich. Rund 80 Prozent des genutzten Wassers fließt gereinigt über die Stadtentwässerung zurück in die Elbe. Somit werden selbst bei Niedrigwasser der Elbe weniger als 0,23 Prozent des Wassers entnommen, das täglich pro Sekunde durch Dresden fließt. 

Die Baugrunduntersuchungen für das neue Flusswasserwerk sind den Angaben zufolge größtenteils abgeschlossen. In einem nächsten Schritt werde die Landestalsperrenverwaltung den Hochwasserschutzdeich in Übigau ertüchtigen. Nach Vorliegen der nötigen Genehmigungen und Detailplanung erfolgt anschließend der Baustart. Die Arbeiten zum Bau der Transportleitungen, die das Wasser in den Norden leiten, liefen bereits seit 2024.

SachsenEnergie-Vorstand Frank Brinkmann betonte die Nachhaltigkeit des Projekts: „Wir wollen nicht nur aktuelle Bedarfe decken, sondern die Grundlage für ein resilientes Industriecluster mit einer stabilen Versorgungsinfrastruktur schaffen, die weitere Ansiedlungen in der Zukunft ermöglicht. Unsere Erfahrungen werden bereits von anderen Regionen in Deutschland und Europa nachgefragt.“ Anfragen kämen unter anderem aus den Niederlanden und Frankreich.

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