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Pestizide in Gewässern erhöhen das Risiko für die Tropenkrankheit Schistosomiasis

Pestizide in Gewässern erhöhen das Risiko für die Tropenkrankheit Schistosomiasis
Belastete Gewässer fördern Zwischenwirt des Erregers.
03.03.2020 − 

In pestizidbelasteten Gewässern sind Schneckenpopulationen deutlich größer als in unbelasteten Gewässern. Das Risiko für eine Ansteckung mit der Tropenkrankheit Schistosomiasis könnte durch in der Landwirtschaft eingesetzte Pestizide regelrecht angeheizt werden. Davor warnt eine aktuelle Studie, die das Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), Leipzig, in Kooperation mit dem in Nairobi ansässigen International Centre of Insect Physiology and Ecology (icipe) durchgeführt hat.

Die Wissenschaftler haben im Rahmen von Feldversuchen in Kenia 48 Fließgewässer im Bereich des Victoriasees auf Pestizidbelastung, Zusammensetzung der Lebensgemeinschaften und Schneckenvorkommen untersucht. Weltweit sind etwa 200 bis 300 Millionen Menschen mit Schistosomiasis - auch Bilharziose genannt - infiziert, jedes Jahr sterben rund 200.000 Menschen an den Folgen, zitiert das UFZ die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Der Erreger ist ein parasitärer Saugwurm der Gattung Schistosoma - der so genannte Pärchenegel. Bislang sind fünf verschiedene Schistosoma-Arten bekannt, die den Menschen befallen können. Die etwa zwei Zentimeter langen Würmer setzen sich in der Wand des Darms, der Blase oder der Leber fest. Die Folge sind Entzündungen und schwere Organschäden, die zum Tod führen können. Schistosomiasis kann mit einem Anti-Wurmmittel behandelt werden. Jedoch schützt es nicht vor einer Neuinfektion. „Das Problem sind die kontaminierten Gewässer", sagt Prof. Matthias Liess, Leiter des Departments System-Ökotoxikologie am UFZ. Um Schistosomiasis einzudämmen, müsse etwas gegen die Verbreitung der Erreger in Gewässern getan werden."

Süßwasserschnecken als Zwischenwirte

Liess forscht am UFZ daran, wie sich Pestizide auf die Lebensgemeinschaften in Fließgewässern auswirken. „Empfindliche Insektenarten verschwinden und die Populationen unempfindlicher Arten wie etwa Süßwasserschnecken nehmen im Gegenzug zu - und das schon bei äußerst geringen Pestizidkonzentrationen, die in der Risikobewertung als unbedenklich gelten", erklärt er. In tropischen Gewässern - und seit 2011 auch auf Korsika - spielten Süßwasserschnecken als Zwischenwirte im Lebenszyklus des parasitischen Saugwurms eine zentrale Rolle.

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