|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

BUND, UFZ und iDiv starten Citizen Science- Projekt zum Fließgewässermonitoring

BUND, UFZ und iDiv haben ein umfassendes Monitoring von deutschen Fließgewässern gestartet.
Bildquelle: Julia von Gönner
08.07.2021 − 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig haben ein umfassendes Monitoring von deutschen Fließgewässern gestartet. Ziel ist es laut einer Mitteilung, die Belastung kleiner Fließgewässer durch Pestizide zu erforschen und die Auswirkungen auf aquatische Insektengemeinschaften zu erfassen. So soll langfristig der Zustand deutscher Kleingewässer untersucht und auf dieser Grundlage die Artenvielfalt gefördert werden. Bürgerwissenschaftler*innen sollen dabei mithelfen.

„Die Kleingewässer in Deutschland sind in einem kritischen Zustand", erklärte der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. Insbesondere in landwirtschaftlich geprägten Regionen seien die Belastungen durch Pestizide und andere Schadstoffe besonders hoch. Erst kürzlich hatten Wissenschaftler*innen unter Leitung des UFZ die Ergebnisse eines ersten bundesweiten Monitorings von Kleingewässern in Agrarlandschaften veröffentlicht (EUWID 26.2021). Sie zeigen, dass die staatlichen Grenzwerte für Pestizide in der Regel zu hoch angesetzt sind und selbst diese zu hohen Werte in über 80 Prozent der Gewässer noch überschritten werden.

Kleinere Bäche und Gräben machen über 70 Prozent des Fließgewässernetzes aus

Kleinere Bäche und Gräben machen nach Angaben der Projektpartner mehr als 70 Prozent des deutschen Fließgewässernetzes aus. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten seien akut bedroht, denn viele dieser Arten brauchen saubere und unbelastete Kleingewässer zum Überleben. Derzeit werden Kleingewässer in Deutschland jedoch behördlich nicht systematisch überwacht.

Bundesweit mindestens 200 Monitoringeinsätze geplant

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Citizen Science-Projekt „FLOW" soll die bisherigen Arbeiten durch die Mitarbeit von Bürgerwissenschaftler*innen mit einer Vielzahl an Daten ergänzen. In den nächsten drei Jahren sind dazu bundesweit mindestens 200 Monitoringeinsätze geplant, bei denen die Gemeinschaft der wirbellosen Tiere (Makrozoobenthos) untersucht und bestimmt wird. Außerdem wird die Gewässerstruktur beurteilt und die chemisch-physikalische Wasserqualität analysiert. Anschließend sollen auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse gemeinsam Maßnahmen zur Reduktion von Pestizideinträgen und zur Verbesserung des Zustands von Gewässern entwickelt werden. Unterstützt werden die Monitoringeinsätze durch die Umweltmobile der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU).

Den vollständigen Artikel lesen Sie in einer der kommenden Ausgaben von EUWID Wasser und Abwasser, die in der Regel dienstags als E-Paper und Printmedium erscheinen. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

Noch kein Abonnent? Mit einem Testpaket können Sie sämtliche Informationsmodule von EUWID Wasser und Abwasser (u.a. Printausgabe, E-Paper, Archiv und Top-News) kostenlos und unverbindlich ausprobieren.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − LANUV: Corona-Viren im Abwasser verursachen keine Infektionen

Beim Regenwassermanagement spielen Pflanzen derzeit noch eine kleine Rolle  − vor