|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

„Digitaler Zwilling“ für das Kanalsystem soll Abwasserinfrastruktur beherrschbar machen

„Digitaler Zwilling“ für das Kanalsystem soll Abwasserinfrastruktur beherrschbar machen
Siemens und die BWB sind an dem Projekt beteiligt.
23.07.2020 − 

Mit der Entwicklung eines „Digitalen Zwillings“ einer Pumpstation wollen Ingenieurinnen und Ingenieure der Technischen Universität Berlin die Abwasserinfrastruktur von Megastädten in Zeiten des Klimawandels besser verstehen und beherrschbar machen. Der „Digitale Zwilling“ werde zusammen mit der Siemens AG und den Berliner Wasserbetrieben (BWB) entwickelt, teilte die TU Berlin mit. Mit seiner Hilfe werde es künftig möglich sein, virtuell Probleme im Abwassersystem zu detektieren sowie dieses mit smarter Technik vorausschauend zu betreiben und funktionsfähig zu halten.

"Meilenstein auf dem Weg zu Wasser 4.0"

„Der digitale Zwilling ist ein echter Meilenstein auf dem Weg zu Wasser 4.0“, erklärte Prof. Paul-Uwe Thamsen, der das Fachgebiet Fluidsystemdynamik am Institut für Strömungsmechanik und Technische Akustik der TU Berlin leitet. In seiner Laborhalle auf dem Campus der Universität steht die Versuchsanlage einer Pumpstation, an der sein Team in verschiedenen Projekten digitale Möglichkeiten in Betrieb und Wartung, Datenanalysen und Vernetzung solcher Infrastrukturen erforschen.

Hitzeperioden machen den Abwassersystemen zu schaffen

„Allein Berlin ist in den vergangenen 20 Jahren um 300.000 Menschen gewachsen“, so Thamsen. „Lange Trocken- und Hitzeperioden nehmen zu, ebenso Starkregenereignisse. Das macht insbesondere unseren Abwassersystemen sehr zu schaffen.“ Geruchsbelästigungen aus dem Abwassernetz sind die Folge, Einbauteile korrodieren, Starkregenfälle überlasten das Kanalnetz, was dazu führt, dass die Mischwasserkanäle mit Oberflächen- und Abwässern überlaufen und belastetes Abwasser freisetzen, skizziert die Hochschule aktuelle Herausforderungen im Kanalbetrieb.

Alle Informationen in einer digitalen Umgebung

Als Forschungspartner der TU Berlin habe die Siemens AG rund 500.000 Euro investiert, um die Pumpenversuchsanlage der TU-Forscher mit Technologie auszustatten, die die Anlage Schritt für Schritt um einen digitalen Anlagenzwilling erweitert, hieß es weiter. Schließlich sollen alle Informationen des Versuchsstandes in einer digitalen Umgebung vorliegen: Planungsunterlagen, technische Daten, Einstellparameter, Betriebs- und Wartungsinformationen bis hin zur Fehlerdiagnose mit selbstständiger Reaktion zur Fehlerbehebung.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in einer der kommenden Ausgaben von EUWID Wasser und Abwasser, die in der Regel dienstags als E-Paper und Printmedium erscheinen. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

Noch kein Abonnent? Mit einem Testpaket können Sie sämtliche Informationsmodule von EUWID Wasser und Abwasser (u.a. Printausgabe, E-Paper, Archiv und Top-News) kostenlos und unverbindlich ausprobieren.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Behörden setzen beim Hochwasserrisiko-Management kaum auf naturbasierte Lösungen

IGB: Lässt sich der Wasserverbrauch über eine nachhaltige Landnutzung steuern?  − vor