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Emschergenossenschaft und Lippeverband arbeiten ihre NS-Vergangenheit auf

Emschergenossenschaft und Lippeverband
Bildquelle: EGLV
14.05.2019 − 

Die Emschergenossenschaft und der Lippeverband (EGLV) haben ihre Vergangenheit, insbesondere während der Zeit des Nationalsozialismus, wissenschaftlich aufarbeiten lassen. Das teilten die Wasserwirtschaftsverbände am Freitag bei der Vorstellung der Forschungsergebnisse in Essen mit. Das Forschungsprojekt der Ruhr-Universität Bochum in der Sache sei nun fast abgeschlossen. Im kommenden Jahr sei die Veröffentlichung der Ergebnisse als Buch vorgesehen.

„Kurzgefasst ist die zentrale Erkenntnis die folgende: Auch Emschergenossenschaft und Lippeverband haben 'mitgemacht' und NS-konform gehandelt. So wurden auf den Baustellen der Verbände Zwangsarbeiter beschäftigt. Zudem haben die Nachforschungen gezeigt, dass auch in unserem Hause Kolleginnen und Kollegen von rassistischen und politischen 'Säuberungsprozessen' betroffen waren“, so Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft und Lippeverband.

Die Aufarbeitung der eigenen Geschichte sei geboten gewesen, da die bisherige Forschungslage zur EGLV-Vergangenheit während der NS-Zeit nur sehr unbefriedigend gewesen sei, so Paetzel. „Nicht nur vor dem aktuellen Hintergrund, dass die demokratische Grundstruktur nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa massiv bedroht wird, sondern als Bekenntnis zu Freiheit und Demokratie ist die Aufarbeitung geboten“, erklärte Paetzel.

Aus den Recherchen geht den Angaben zufolge hervor, dass Zwangsarbeiter auf den Baustellen der EGLV eingesetzt wurden. Es habe „eine umfassende Einbeziehung und Mobilisierung von EGLV in die organisierten (Zwangs-)Arbeitswelten des Nationalsozialismus der Vor- bzw. Kriegszeit“ gegeben. Dies sei in der Nachkriegszeit aufgrund einer hohen Personalkontinuität nicht zum Thema gemacht worden.

So konnte nun nachgewiesen werden, dass bei Bauarbeiten umfassend zivile ausländische Arbeiter und Kriegsgefangene eingesetzt wurden. Diese seien aber nicht bei den Wasserverbänden selbst, sondern bei den von ihnen beauftragten Subunternehmern angestellt gewesen. Offiziell seien deswegen keine Zwangsarbeiter für EGLV tätig gewesen. Eine Verantwortung bestand dennoch, schließlich fällten die Verbände Entscheidungen darüber, mit welchen Firmen sie zusammenarbeiteten, hieß es. 

Des Weiteren ging beispielsweise aus Entnazifizierungsakten hervor, dass der EGLV-Baudirektor Alexander Ramshorn, der diesen Posten von 1934 bis weit in die Nachkriegszeit inne hatte, zwar als „belastet“ Person gesehen wurde, aber – aufgrund strategischer Erwägungen der Briten – dennoch im Amt bleiben konnte.

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