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Essener Tagung: Paetzel plädiert für Genossenschaft als Organisationsform für die Wasserwirtschaft

Essener Tagung: Paetzel plädiert für Genossenschaft als Organisationsform für die Wasserwirtschaf
Bildquelle: Sondem - Fotolia - 78175213
16.03.2018 − 

Bei der Suche nach einer geeigneten Organisationsform in der Wasserwirtschaft lohnt sich der Blick auf Genossenschaften. Das sagte Uli Paetzel, Vorsitzender des Vorstands der Emschergenossenschaft und des Lippeverbands, am Mittwoch auf der 51. Essener Tagung. In Zeiten neuer Herausforderungen, beispielsweise durch den Klimawandel und den Druck auf die politische Kultur, könnten so Leistungsbeiträge effektiv und effizient erbracht und die Bedeutung der öffentlichen Wasserwirtschaft für die Gesellschaft stärker herausgestellt werden.

Die Wasserwirtschaft sei eine gut aufgestellte Branche, die ein hohes Vertrauen bei den Bürgern genieße, sagte Paetzel. Sie sei eine „unsichtbare Schlüsselbranche“, die aufgrund ihrer guten Leistungen kaum in der öffentlichen Diskussion sei. Zudem lege sie die Grundlagen für viele weitere wirtschaftliche und gesellschaftliche Tätigkeiten. Als große Herausforderungen für die Branche nannte er nachhaltige Investitionen, die Renaturierung von Gewässern sowie Beiträge zur Gestaltung des Mikroklimas in Städten. Genauso seien es aber auch Aspekte des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels, der Digitalisierung, des Klimawandels und der Spurenstoffproblematik, die sich in der Tätigkeit der Wasserwirtschaft niederschlügen.

„Ich glaube, wir leben in einer Gesellschaft, die inzwischen postfaktisch geworden ist“, sagte Paetzel in Essen. Fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse fänden immer weniger Zugang in öffentliche Diskurse. Darüber hinaus sei ein postdemokratisches Zeitalter angebrochen, in der gerade in westlichen Gesellschaften die Errungenschaften der politischen Kultur, zum Beispiel der Wert von Kompromissen, immer mehr abnähmen. Auch sei die Gesellschaft neoliberal geprägt, da Fragen der Gesundheit, Rente, Infrastruktur und des persönlichen Wohlbefindens zunehmend einer Logik des Markts und immer weniger der Gemeinwohlorientierung unterworfen seien. Dies führe bei der Bevölkerung zu Entfremdungsphänomenen, Unsicherheiten und Frustrationen, die sich in den neuen Öffentlichkeiten, wie etwa in den sozialen Medien, entlüden. Gleichzeitig sei zu beobachten, dass die Beschleunigung zunehme.

Für die Wasserwirtschaft seien in diesen Spannungsfeldern drei Begriffe als Lösungsansätze zentral, erklärte Paetzel. Konkret seien das Professionalität, Transparenz und Offenheit sowie Gemeinwohlorientierung. Zur Professionalität gehörten die langfristige Orientierung und die Bezahlbarkeit der wasserwirtschaftlichen Leistungen. Im Hinblick auf Transparenz und Offenheit müsse die Branche ihr Tun noch viel stärker kommunizieren. Die Gemeinwohlorientierung ziele auf die Wasserwirtschaft als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge ab. Für diese Lösungsansätze eigne sich die Organisationsform der Genossenschaft. „Wir brauchen eine sichtbare Wasserwirtschaft, die nach draußen geht und der Öffentlichkeit auf den Nicht-Kernfeldern der Wasserwirtschaft zeigt, dass die Wasserwirtschaft notwendig ist“, forderte Paetzel. Hierzu zählte er beispielsweise ein Engagement für Artenvielfalt, für gute Konjunktureffekte, für Umweltbildungsmaßnahmen, für die künstlerische Inwertsetzung des Themas Wasser, für Klimaanpassung in der Stadtentwicklung, für Gesundheit und für den Tourismus.

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