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Fraunhofer-Institut erforscht Umweltauswirkungen von Reifenabrieb

Fraunhofer-Institut erforscht Umweltauswirkungen von Reifenabrieb
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20.02.2018 − 

Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht) untersucht im Verbundprojekt „TyreWearMapping“ deutschlandweit den Einfluss von Reifenabrieb auf die Umwelt. Dabei werden zwei Flusseinzugsgebiete detailliert betrachtet: die Einzugsgebiete der Wupper in Nordrhein-Westfalen und der Panke, einem Nebenfluss der Spree in Berlin, teilte das Institut mit. Beide stünden stellvertretend für die Fließgewässerlandschaft in Deutschland.

Neben einer Erhöhung der Daten- und Wissensbasis zum Thema Reifenabrieb soll ein digitales Planungs- und Entscheidungstool zur Unterstützung bei der Erneuerung und dem Bau neuer Verkehrsnetze sowie sekundärer Infrastruktur entstehen. Dieses Tool sollen externe Akteure und Nutzer fortlaufend weiterentwickeln können. Um die Freisetzung, Ausbreitung und räumliche Verteilung des Reifenabriebs in Luft und Wasser in Deutschland darzustellen, wollen die Forscher von Fraunhofer Umsicht Mobilitäts-, Geo- und Wetterdaten des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) nutzen. Dabei kommen verschiedene Methoden zum Einsatz - neben der probabilistischen Modellierung auch ein neuer Ansatz auf Basis neuronaler Netze, so das Fraunhofer Umsicht.

Ein gängiger Pkw-Reifen wiegt am Ende seines im Durchschnitt 50.000 km langen oder vier Jahre dauernden Lebens gut 1 bis 1,5 kg weniger als zu Beginn, erklärte das Institut. Bei fast 46 Millionen zugelassenen Pkw in Deutschland summiere sich der Reifenabrieb innerhalb dieses Zeitraums auf 184.000 bis 276.000 Tonnen, was auf das Jahr gerechnet einer Belastung von 46.000 bis 69.000 Tonnen Reifenabrieb allein von Pkw entspreche. Hinzu komme Reifenabrieb durch weitere Verkehrsteilnehmer. Der Abrieb ist laut einer Studie der Weltnaturschutzunion IUCN eine der größten Quellen für Mikroplastik in der Umwelt.

„Obwohl die Thematik bereits länger bekannt ist, gibt es bisher keine umfassende Studie zu Mengen und Verbreitungswegen von Reifenabrieb in Deutschland“, erklärte Ilka Gehrke von Fraunhofer Umsicht. Das vom BMVI geförderte Verbundprojekt TyreWearMapping will diese wissenschaftliche Lücke schließen. Gemeinsam mit Projektpartnern aus der Industrie entwickeln Forscher mittels neuartiger Berechnungsmodelle auf Basis von Geoinformationssystemen Karten, um die Verteilung von Reifenabrieb in Deutschland zu visualisieren.

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