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GFZ: Mäandernde Flussläufe sind effizientere Kohlenstoffsenken als begradigte Flüsse

GFZ: Mäandernde Flussläufe sind effizientere Kohlenstoffsenken als begradigte Flüsse
Rio Bermejo. Quelle: Kristen Cook, GFZ
02.11.2021 − 

Flussläufe, die sich natürlich verlagern können, sind effizientere Kohlenstoffsenken als begradigte Flüsse und somit helfen Mäander dem Klima. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher*innen des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ). Nach Angaben des GFZ dauert es rund 8.500 Jahre, bis ein Sandkorn aus den Anden über das argentinische Tiefland in den Río Paraná gespült wird. Die 1.200 km weite Reise in dem Fluss namens Río Bermejo werde von vielen Pausen in Flussauen unterbrochen, wo das Körnchen zum Teil über Jahrtausende abgelagert und dann wieder weiter transportiert werde. Begleitet werde der Sand von organischem Kohlenstoff, eingespült aus Boden und Pflanzen.

Damit gewinne der Transport im Wasser Relevanz für das Klima. Flüsse tragen demnach den Kohlenstoff, der zuvor über Photosynthese aus der Atmosphäre aufgenommen wurde, als Sediment ins Meer, wo er über Jahrtausende unschädlich für das Klima eingelagert wird.

Das Deutsche GeoForschungsZentrum hat jetzt erstmals die einzelnen Prozesse der Reise quantifiziert und berichtet darüber im Fachjournal Nature Geoscience. Als wichtiges Ergebnis der Arbeit gilt, dass es insbesondere ungestört mäandrierende Abschnitte eines Flusses sind, die Sediment zusammen mit dem Kohlenstoff ablagern und wieder aufnehmen und dann weiter ins Meer transportieren. In Flussabschnitten mit gerader, stabiler Uferlinie werde die mitgeführte Sedimentfracht einfach durchgeschleust, während der Kohlenstoff in den Flussauen daneben langsam von Mikroorganismen wieder als CO2 freigesetzt werde.

Begradigungen von Flüssen können zum Anstieg der CO2-Konzentration der Atmosphäre beitragen

Wie GFZ-Arbeitsgruppenleiter Dirk Sachse erklärt, war der Rio Bermejo ein ideales natürliches Labor, weil er keine nennenswerten Zuflüsse habe. „Dies bedeutet, dass natürliche Flussläufe, die Raum zur Abtragung der Flussauen haben, der Atmosphäre mehr Kohlenstoff entziehen können als gerade Flussabschnitte. Insofern könnten auch Begradigungen von Flüssen durch den Menschen zum Anstieg der CO2 Konzentration der Atmosphäre beitragen. Spannend ist jetzt die Beantwortung der Frage, ob wir dem Klima helfen können, wenn wir den Flüssen wieder mehr Raum geben und die natürlichen Flussschleifen nicht behindern“, so Sachse.

Das internationale Team um die Erstautorin Marisa Repasch vom GFZ untersuchte die Prozesse im Fluss und seinen Auen mit einem vielfältigen Instrumentarium. Analysen des kosmogenen Beryllium-10-Gehalts etwa zeigten an, wie lange der Transport von Sediment im Fluss dauert. Datierungen auf der Basis des instabilen Kohlenstoffisotops 14C wiederum ließen Rückschlusse auf das Alter der Partikel organischen Ursprungs zu.

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