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IGB: Erholungspotenzial genutzter Fischbestände wird häufig überschätzt

IGB: Erholungspotenzial genutzter Fischbestände wird häufig überschätzt
Ein großer Hecht wird ins Wasser zurückgesetzt
(© Boddenhecht, IGB)
18.08.2021 − 

Das Erholungspotenzial genutzter Fischbestände wird systematisch überschätzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie unter Beteiligung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und der Humboldt-Universität Berlin. Berechnungen im Rahmen von bestandskundlichen Analysen weisen häufig systematische Fehler auf, teilte das IGB mit. Somit steige das Überfischungsrisiko. Insbesondere die großen Fische sollten verstärkt geschont werden.

Fast alle Berechnungen zur Einschätzung des Zustands genutzter Fischbestände basieren auf der Annahme, dass die Eizahl eines Fischweibchens direkt proportional mit ihrem Gewicht ansteigt (Isometrie), erklärte das IGB. Neue Studien hätten aber gezeigt, dass bei den meisten Fischarten große, schwerere Weibchen mehr Eier pro Körpermasse ablegen als jüngere, leichtere Weibchen. Die Eizahl steige also nicht gleichmäßig, sondern überproportional mit dem Gewicht an (Hyperallometrie). Sind unter den Laichfischen eines Bestandes alte, große Weibchen, würden mehr Eier produziert, als wenn die gleiche Gesamtbiomasse überwiegend aus jungen, kleinen Fischen besteht.

Die Forschenden aus Australien, den USA und Deutschland haben anhand von Modellrechnungen für 32 marine Fischarten untersucht, was passiert, wenn zwei der wichtigsten Bezugsgrößen für das Fischereimanagement entsprechend der neuen Erkenntnisse zum Zusammenhang von Eizahl und Fischgewicht angepasst werden. Das seien das Laichpotenzial eines befischten Bestands im Verhältnis zum Laichpotenzial eines unbefischten Bestands und der höchstmögliche Dauerertrag eines Fischbestands, so das IGB. Der maximale Dauerertrag beziffere die Menge Fisch, die auf lange Sicht einem Bestand entnommen werden kann. Sowohl das Laichpotenzial als auch der Dauerertrag würden weltweit genutzt, um Fangquoten festzulegen und Schutzprogramme umzusetzen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass im Durchschnitt das Laich- beziehungsweise Reproduktionspotenzial der 32 analysierten Fischarten um 22 Prozent überschätzt wird, führte das IGB weiter aus. Die Werte schwankten allerdings von Art zu Art zwischen 3 und 78 Prozent, da die Hyperallometrie der Fruchtbarkeit bei den Arten unterschiedlich stark ausgeprägt sei.

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