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Invasive Tierart: Erstmals Gewässer vollständig von Kalikokrebs befreit und erfolgreich saniert

Invasive Tierart: Erstmals Gewässer vollständig von Kalikokrebs befreit und erfolgreich saniert
Der Kalikokrebs. Quelle: Karsten Grabow. PH Karlsruhe
03.08.2020 − 

Gemeinsam mit der Stadt Rheinstetten ist es Biologen der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe jetzt gelungen, ein Gewässer erstmals vollständig von Kalikokrebsen zu befreien und erfolgreich zu sanieren. Im Rahmen des von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg geförderten Forschungsprojekts „Management des invasiven Kalikokrebses zum Schutz von Amphibien und Libellen in Kleingewässern“ haben die Wissenschaftler entsprechende Konzepte entwickelt und untersucht.

Umgesetzt hat sie in den vergangenen Jahren die Stadt Rheinstetten. Das Mitte 2017 gestartete Projekt läuft zum Jahresende 2020 aus.

Laut einer Mitteilung der Hochschule verhindert eine Baumstammbarriere, dass die über Land wandernden Krebse zum Gewässer gelangen, und eine Kiesschicht an Ufer und Boden sorgt dafür, dass die Krebse keine Röhren bauen können. Das sei wichtig, weil die Krebse in diesen Röhren sogar das Austrocknen des Gewässers überlebten. „Im Dreizack gibt es jetzt eindeutig keine Kalikokrebse mehr“, bilanziert Andreas Stephan, Doktorand am Institut für Biologie und Schulgartenentwicklung. „Seit Monaten haben wir in den 25 Fangsteinen, mit denen wir das Monitoring des Gewässers realisieren, keine Kalikokrebse mehr gefangen. Die Art ist dort definitiv nicht mehr vorhanden.“

„Wir freuen uns sehr, dass ein erster Erfolg bei der Bekämpfung des invasiven Kalikokrebses durch eine Kombination von Maßnahmen - insbesondere Habitatveränderungen und die Schaffung von Barrieren - am ‚Dreizack‘ in Rheinstetten verzeichnet werden kann und damit heimische Amphibien und Libellen das Gewässer wieder als Lebensraum nutzen können“, betont die Geschäftsführerin der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg, Stephanie Rebsch.

Situation schien nahezu aussichtslos

Stattdessen schlüpften jetzt am „Dreizack“ wieder Königslibellen und auch der hochgradig schützenswerte Laubfrosch sei zurück, nachdem er in Rheinstetten vom Aussterben bedroht schien. „Von Ende April bis Mitte Juni haben wir am Dreizack rund 260 Larvenhäute der Großen Königslibelle gefunden“, freut sich der Leiter des Instituts für Biologie und Schulgartenentwicklung, Prof. Andreas Martens, über diesen neuen „guten Bestand“. Mit dem „Dreizack“ sei auch das für den Laubfrosch wichtigste Gewässer in Rheinstetten saniert worden.

„Für mich schien die Situation nahezu aussichtslos“, so der Umweltbeauftragte der Stadt Rheinstetten, Martin Reuter. Er hat mit den Biologen im Rahmen des Forschungsprojekts eng zusammengearbeitet. Nun zeige am „Dreizack“ die Große Königslibelle wieder ihre Flugkünste und abends erklinge das Konzert der Laubfrösche. Denn jetzt gebe es dort keine Kalikokrebse mehr, die Kaulquappen, Laich oder Larven zum Verhängnis werden könnten.

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