|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

KIT-Datenprojekt: Gezieltes Aufforsten im Einzugsgebiet von Stauseen ist wirksam

KIT-Datenprojekt: Gezieltes Aufforsten im Einzugsgebiet von Stauseen ist wirksam
Eine Talsperre.
18.03.2021 − 

Um Stauseen vor Verlandung, Überdüngung und Verunreinigung durch Schadstoffe zu schützen, muss ihre Wasserqualität vorausschauend beobachtet werden. Ein deutsch-brasilianisches Konsortium unter Federführung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hat einfach anwendbare Mess- und Monitoringmethoden entwickelt, die sich besonders für Regionen mit begrenzter Datenverfügbarkeit eignen. Die Projektergebnisse belegen u.a., wie wirksam das gezielte Aufforsten im Einzugsgebiet von Stauseen ist.

Stauseen sind weltweit für die Trinkwasserversorgung unverzichtbar. Wird eine Verschlechterung der Wasserqualität frühzeitig erkannt, lassen sich Maßnahmen rechtzeitig implementieren und gefährdete Stauseen länger erhalten, erklärt das KIT in einer Mitteilung.

Umweltmodelle können dabei unterstützen, Stoffeintrag und Wasserqualität zu beobachten und zu beurteilen. Bisherige Modelle erforderten jedoch sehr große Datenmengen und einen hohen messtechnischen Aufwand; das mache sie ungeeignet für die Anwendung in datenschwachen Regionen.

Auch mit weniger Daten aussagekräftige Ergebnisse

Das interdisziplinäre Projekt „Multidisziplinäre Datenerfassung als Schlüssel für ein global anwendbares Wasserressourcenmanagement“ (MuDak-WRM) hat in dreieinhalbjähriger Forschung in Brasilien und Deutschland Monitoringansätze, Modelle und Messtechniken erarbeitet, die als möglichst einfach und allgemein verfügbar gelten. Sowohl für die Berechnung der Wasserbilanz, der Differenz zwischen Wasseraufnahme und –abgabe, als auch für die Berechnung der Stoffeinträge aus dem Einzugsgebiet wurden Satellitendaten genutzt. „Wir haben gesehen, dass sich auch mit weniger Daten aussagekräftige Ergebnisse erreichen lassen“, erklärte Stephan Hilgert, der Geoökologe am Institut für Wasser und Gewässerentwicklung (IWG) des KIT und Koordinator des Projekts ist.

Automatisierung der Datenverarbeitung

In das bisherige Stoffeintragsmodell fließt eine Vielzahl unterschiedlicher Informationen ein. Daher hat sich das Projektteam auf die beiden wichtigsten Eintragspfade konzentriert, die Stoffeinträge durch Erosion der Landoberfläche und die Abwassereinträge aus dem urbanen Umfeld im Zuflussgebiet von Stauseen. Exemplarisch untersucht wurden die Große Dhünntalsperre in Nordrhein-Westfalen und der Passaúna-Stausee im brasilianischen Bundesstaat Paraná.

„Ein wesentlicher Punkt war die Automatisierung der Verarbeitung von Satellitendaten, die zum Berechnen der Wasserbilanz und der Stoffeinträge etwa von Phosphor und Feststoffen genutzt werden“, so Hilgert. Die erfolgreiche Automatisierung vereinfache die Anwendung der Modelle deutlich und erhöhe ihre Genauigkeit und Übertragbarkeit auf andere Einzugsgebiete. Das Konsortium aus Wissenschaft, kommunalen Verbänden und Industrieunternehmen hat Sensoren und Plattformen zur kontinuierlichen Erfassung der Wasserqualität entwickelt sowie eine Onlineplattform erarbeitet, mit der sich die Daten nutzerfreundlich erfassen, speichern und auswerten lassen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in einer der kommenden Ausgaben von EUWID Wasser und Abwasser, die in der Regel dienstags als E-Paper und Printmedium erscheinen. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

Noch kein Abonnent? Mit einem Testpaket können Sie sämtliche Informationsmodule von EUWID Wasser und Abwasser (u.a. Printausgabe, E-Paper, Archiv und Top-News) kostenlos und unverbindlich ausprobieren.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Wie den Wasserbedarf städtischer Grünflächen nachhaltig decken?

Neue Bewertungsgrundlage zu Trinkwasserkontakt-Materialien ab 21. März endgültig verbindlich  − vor