|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

Kläranlage Herford erprobt Reduktion von Spurenstoffen

Kläranlage Herford erprobt Reduktion von Spurenstoffen
Bildquelle: Pöyry
17.07.2015 − 

Auf der Kläranlage Herford ist eine Pilotanlage zur Reduktion von Spuren- und Mikroschadstoffen in Betrieb gegangen. Das Consulting- und Engineering-Unternehmen Pöyry testet gemeinsam mit der Herforder Abwasser GmbH die Implementierung einer Pulveraktivkohle-Anlage (PAK-Anlage) als weitere Reinigungsstufe. Das sei eine besondere Herausforderung, denn die Anlage arbeite mit dem in Deutschland seltenen Biostyr-Verfahren, erklärte Pöyry. Das Unternehmen habe das Versuchs- und Analyseprogramm erstellt und begleite die Versuchsanlage wissenschaftlich. Die Ergebnisse sollen der weitergehenden Planung zur Umsetzung einer großtechnischen Anlage dienen.

Die Pilotanlage arbeite mit dem Actiflo Carb-Verfahren und könne bis zu 50 Kubikmeter Abwasser pro Stunde behandeln, hieß es weiter. Dabei würden Leistungsfähigkeit und Grenzen der Verfahrenstechnik zur Spurenstoffelimination getestet. „Wir konnten bereits in den ersten Tagen die Ablaufwerte der Kläranlage deutlich reduzieren“, berichtete Ralf Janyga, unter anderem Kompetenzbereichsleiter Wasser bei Pöyry, von den bisher positiv verlaufenden Pilotversuchen. Das Unternehmen hatte bereits die Machbarkeitsstudie für mögliche Verfahren zur Elimination von Spurenstoffen auf der Kläranlage Herford mit einer Anschlussgröße von 250.000 Einwohnerwerten durchgeführt.

Die Aktivkohleadsorption eigne sich sehr gut für die Aufbereitung des Abwassers in Herford, erklärte Gerhard Altemeier, Geschäftsführer der Herforder Abwasser GmbH. Nach Abschluss der Pilotierung soll die Entscheidung über eine mögliche großtechnische Anlagenauslegung in den politischen Entscheidungsgremien getroffen werden. Dafür müssen die Investitions- und Betriebskosten ermittelt werden.

Seit März betreibt Pöyry nach eigenen Angaben unter anderem in der Schweiz zusammen mit dem Abwasserwerk Rosenbergsau eine Pilotanlage zur Reduktion von Mikroverunreinigungen mittels Ozonung. „Mit den Pilotversuchen in Herford werden nun wichtige Erkenntnisse gewonnen, die den bisherigen Kenntnisstand im Bereich Elimination von Mikroverunreinigungen mit Pulveraktivkohle ergänzen. Die Ergebnisse sind nicht nur für die Kläranlage in Herford relevant, sondern auch für Ausbauten in anderen Abwasserreinigungsanlagen in den nächsten Jahren“, erklärte Janyga.

Bis Ende Juli können Interessierte die Pilotanlage in Herford besuchen und sich über das spezielle Verfahren informieren. Termine können mit Dr. Matthias Krüger, Leiter Abteilung Siedlungswasserwirtschaft bei Pöyry, per E-Mail über matthias.krueger@poyry.com abgestimmt werden.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 30/2015 von EUWID Wasser und Abwasser, die in der kommenden Woche als E-Paper und Printmedium erscheint. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − WWF: Agrar-Standards müssen gesamtes Flussgebiet erfassen

Studie: Bayerisches Abwasserkanalnetz hat Sanierungsbedarf auf 12.400 Kilometern  − vor